Erster Ausritt zu Dritt

Lotte und Nic gehen ja schon öfter gemeinsam raus, aber Uno, Simone 4jähriger Quarterhorsewallach ist noch nicht so geübt im Gelände. Und der erste gemeinsame Ausritt war schon etwas besonderes, ohne Buena und Mo, mit Uno und Lotte..

IHA St. Gallen

Nenne wir es mal einen rundum gelungenen Tag mit dem kleinen "Wermutstropfen" das Lotte und ich unglaublich früh aufstehen mussten, was sogar meine kleine Beaglemaus gar nicht lustig fand.

Natürlich hatte ich am Abend vorher meine sieben Sachen gepackt, aber ganz ehrlich, was man wirklich an einer Hundeausstellung braucht, davon hatte ich keine Ahnung. Naja nun gut. Alles in Alexens Polo verfrachtet, noch einen laaaaangen Spaziergang mit Lotte gemacht, die natürlich nichts besseres im Sinn hatte, als sich ausgiebig in irgendetwas Widerwärtigem zu wälzen. Ich hatte ja sowieso vor, das kleine Ding noch zu duschen, Lotte geduscht und ab ins Bett. Zugegeben, ich war gespannt, wie ein Flitzebogen und konnte die halbe Nacht nicht schlafen.

Und dann, um 5.30 aufstehen ist wirklich hart. Fand Lotte auch. Da wir aber beide nicht diejenigen sind, die sich hängen lassen waren wir eine halbe Stunde später wirklich im Auto und abfahrbereit.

In der Halle angekommen fand ich eine bunt gemischte Beagle-Menschen-Meute vor, natürlich kein bekanntes Gesicht, aber egal. Ein ausgeprochen kommunikatives Hund-Frau-Paar findet schnell Anschluss und so war ich nicht lang allein und bekam auch sofort die ersten Tipps. "Der Hund ist zu dünn!" Was?!? Ich war recht schockiert, aber bei näherer Betrachtung der anderen Beagle war das durchaus der Fall. Lotte freuts, gibt mehr in den Napf. Ich fragte die anderen ein bisschen über ihre Beagle aus, bis ich ein Gesicht sah, dass ich vom "Deckfoto" von Holly, Lottes Mutter kannte.

Nämlich die Besitzerin von Lottes Papa, http://www.budde-beagles.de/ , Elke Budde-Eichhorn (siehe da, Lottes Papi ist der Tiger) Tiger war auch da und ich hab mich wahnsinnig darüber gefreut auch den Gegenpart zu Holly kennenzulernen. Auch hier muss ich wieder sagen, züchterisch alles richtig gemacht. Die Spasskanone Holly, die den Roth`schen Haushalt doch gut auf den Kopf stellt gepaart mit dem ruhigen Tiger, ergibt mein Supermädchen. :-) (Familie Roth erwartete übrigens aus dieser Konstellation nochmals Zwerge, siehe hier: http://www.beagle-vom-ammeler-forst.ch/ )

Dann kam für mich noch eine weitere Überraschung dazu, auf einmal stand Familie Roth am Ring, ich hab mich natürlich sehr sehr gefreut. Danke nochmals! Überraschung gelungen und jetzt war ich auf einmal so richtig saumässig nervös. Zum Glück hatten Roths ihre Kiddies, also Pascal und ihre kleine Tochter Fabienne dabei (die übrigens schon ein ziemlicher Austellungsprofi ist), sie hat mich glänzend von meiner furchtbaren Nervosität abgelenkt.
Lotte war nämlich vorher mit Elke Budde-Eichhorn durch die Halle gelaufen, was naja, so gar nicht gut lief. Lotte war unkonzentriert, wollte nicht stehen und auch sonst... Ouh mein Gott. Ich hatte insgeheim die schlimmsten Befürchtungen.

Ausserdem wussten alle (natürlich, wie blauäugig kann ein Mensch auch sein, ich dachte ich stiefel da so ganz incognito rein) von wem ich Lotte hatte und alle hatten mir gesagt, sie sei eine ganze tolle (ist sie ja auch....)... Wenn ich das jetzt versauen würde, mir diesem Superhundi und alle gucken zu und und und... Hilfe Hilfe :-)

Das erste Mal im Ring wurden wir (meine Mitstreiterin war Andrea Zaugg, vom Zwinger Di Casa Libra, also ein Ausstellungsprofi... Was meine Nervosität durchaus nicht schmälerte) erstmal wieder zurückgewiesen, es hatte sich eine Klasse dazwischengeschlichen... Also nochmal warten...

Aber dann, rein in den Ring und hinstellen. Siehe da, wenn ich auch noch die Vorderbeine angeschaut hätte, dann wäre Lotte da gestanden, wie eine eins. Perfekt. Ganz ruhig, ganz locker, ich war wirklich erstaunt. Dann Trabrunde, naja... Halbgalopp.. Egal. Auf den Tisch, Zähne anschauen müssen wir definitv ganz schnell üben, beim Tierarzt hat das super geklappt, aber Lotte fands jetzt gerade doof und das ging ein bisschen in die Hose. Dann Laufen allein im Ring einmal hin, Dreieck, zurück, fertig, hinstellen. Das wars schon. Gewonnen haben wir leider nicht, aber Lotte ist eine vielversprechende Hündin, die ganz sicher, wenn sie etwas mehr Speck auf den Rippen hat auch bald den ersten Preis abräumen wird. Denn jetzt hat mich das Ausstellungsfieber gepackt. Lotte war den ganzen Tag so gut drauf und meine Devise war immer: "Wenn der Hund Spass dran hat, dann machen wir das weiter." Offensichtlich fand sies super. Jetzt wird fleissig gemeldet.

Natürlich möchte ich den Richterbericht nicht vorenthalten:

7 Monate alt, tricolor, erste Ausstellung, sehr schöner Kopf mit aufgewecktem Ausdruck, sehr gute Halslänge, Körper für Alter gut entwickelt, sehr gut gewinkelt vorne und hinten, fliessender Bewegungsablauf, sehr liebes Wesen, braucht noch Ringtraining. 

Bei der letzten Bemerkung bin ich mir nicht sicher, ob die Richterin mich oder den Hund meinte ;-) Ich bin stolz wie Oskar auf mein Mädchen. Unsere Richterin war übrigens Frau Wegmann, eine Beagle Spezialrichterin. Und wenn sie sagt, dass Lotte vielversprechend ist, dann wird das wohl so sein.

Es war wirklich ein toller Tag, Wir hatten unglaublich viel Spass, Lotte ist jetzt allerdings total kaputt. Aber happy und ich auch.

An dieser Stelle möchte ich unbedingt nochmal hervorheben, wie wichtig eine gute Zucht ist. Die Paarung von dem eher gelassenen Tiger mit der superlebendigen Holly, wohlüberlegt, wie ich heute live und in Farbe feststellen konnte. Es resultieren daraus nicht nur wesenstarke Hunde, eine Hundeausstellung ist kein Kinderspiel, sondern extrem anstrengend für die Hunde. Dabei ist das Führen im Ring noch der kleinste Teil. Lotte hatte den ganzen Tag keine Rückzugsmöglichkeit und war trotzdem nie gestresst. (Beim nächsten Mal habe ich eine Faltbox dabei, damit sich mein Zwerg zurückziehen kann, wenn sie das möchte... Anfängerfehler...). Aber Wesensfestigkeit und Stressresistenz fängt schon bei einer guten Auswahl der Zuchtpaarung an und setzt sich in einer liebevollen und konsequenten Aufzucht der Welpen fort. Wie so oft danke ich meine Züchterfamilie Roth, die Lotte auf ihr manchmal hektisches, abwechslungsreiches, aber damit auch stressiges Leben bei mir vorbereitet haben. Und wenn dann auch noch ein wunderschöner Hund daraus resultiert, dann muss man einfach den Hut ziehen.

Vielen Dank!

Nach dem Duschen ist vor dem grossen Tag...

Hui hui hui, wir sind nervös

Morgen gehts es an die IHA St. Gallen, ich freue mich, mein Beaglemädchen einer Richterin vorzustellen... Hoffentlich lässt sie sich auch brav ins Maul schauen, hoffentlich ist meine süsse auch hübsch genug (für mich ist sie ja sowieso die Schönste ;-) ) Hoffentlich sind einige Mitgleider des Beagle Clubs dabei und hoffentlich stell ich mich nicht zu dumm an.. Also Fragen über Fragen, die vermutlich am Montag in diesem Blog geklärt werden. Vielleicht gibts morgen via LiveStream ein paar Bilder vom Event. ;-)

Duo infernale

So, lange nicht gebloggt, aber nun endlich wieder ;-) Offenbar hat sich schon eine rege Gemeinde gebildet, die meine Lotte Blogs liest.

Duo infernale, wer könnte das sein? Lotte und ich? Weit gefehlt, Lotte und Nic, das tolle, friedliebende, ruhige, wunderschöne, herzallerliebste Quaterhorse. Ein Engel. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Die beiden sind also mein Duo infernale, sie sind beide doch einigermassen selbstständig und haben immer Schabernack im Kopf. Gern auch gemeinsam. Was meine Position doch durchaus schwierig macht, vorallem im Hinblick darauf, dass ich mit beiden gern an einen Horse and Dog Trail gehen würde.

Allein schon der Anblick, wenn die beiden sich begrüssen ist herzerweichend,Nic beugt sich über Lotte und pustet sie vorsichtig an, Lotte wird immer kesser und geht immer näher an seinen Kopf. Allerdings noch nicht ganz nah, so weit sind wir dann doch noch nicht, obwohl wir schon seeehr nah dran sind. Wenn ich Nic einfach im Auslauf stehen lasse, versucht er immer wieder Lotte ins Fell zu pusten, was sie noch nicht ganz cool findet, aber er akzeptiert das und geht dann nicht so nah ran. Nic würde es ausserdem nie einfallen auf Lotte draufzutreten oder etwas derartiges. Nicht einmal in den schaurigsten Situationen.

So eine passierte leider unlängst. Wir trabten gemütlichst den kleinen Trabweg bei uns im Gelände hoch, Lotte trabte locker mit da sah ich von weitem schon eine Frau, die mir den Eindruck machte, dass sie mit ihrem Husky doch überfordert wäre. Also die ganze Mannschaft Gang zurück in den Schritt... Der Husky machte schon ein böses Gesicht und legte sich mitten auf den Weg, dahinter eine überforderte Frau, die ihren (viel zu fetten) Husky beim besten Willen nicht von dem Weg bekam. Wie mühsam. Für mich. Besonders weil sich dieser dumme Hund doch die einzige wirklich enge Stelle auf dem Weg ausgesucht hat.

Dann: Aufreger Nr. 1, die dumme Wachtel am anderen Ende der Leine fragt ernsthaft (ich sass auf einem Pferd und hatte den Hund an der Leine!) "Dürfen die spielen??" Meine doch recht knappe Antowrt "nein" hat sie daraufhin durchaus verärgert. Aber damit nun nicht genug, dieser ..... Husky sprang, natürlich genau in dem Augenblick, als wir uns neben ihm durchschlängelten, auf und kläffte Lotte an. Super. Pferde sind eiegentlich Fluchttiere, aber in diesem Fall hüpfte Nic nicht einmal hoch, denn Lotte, eigentlich kein Fluchttier war so erschrocken, dass sie sich unter seinen Bauch geflüchtet hatte. ein Himmelreich für ein liebevolles Pferd. Bei jedem anderen wäre wenigstens Lotte, im schlimmsten Fall wir alle schwer verletzt gewesen. Weil andere Hundehalter ihre Tier nicht unter Kontrolle halten können. So genial ist mein Duo infernale. Nic würde, da bin ich mir, je länger je sicherer, niemals auf diesen kleinen Hund drauftreten. Er achtet extrem gut auf sie.

Glaubt ihr nicht? Beispiel gefällig? Die Weidezeit beginnt und Nic muss, wie jedes andere Pferd auch, angegrast werden. Alex, seine Besitzerin und eine wunderbare Freundin und ich nehmen diesen Job sehr ernst und lassen Nic ausgiebig grasen. Lotte hat das auch schon gemerkt, dass diese 20 Minuten einfach wenig passiert und nutzt diese Zeit ihrerseits um Nic zum Spielen aufzufordern. Sehr ausgiebig. Sie rennt um ihn herum, wie eine Wildsau, brummelt ihn an, bellt ihn an, leckt ihm durch Gesicht. Legt sich daneben und jedes Mal zu meinem Schrecken, sie rennt so nah an ihm vorbei, dass sie ihm das GEsicht streift. Aber Nic erträgt das mit stoischer Ruhe. Wenn Lotte dann wirklich ganz ganz ganz ganz sicher ist, dass Nic auch heute nicht spielen möchte, dann frisst sie mit. Ein grasender Beagle und ein grasendes Pferd ist ein Bild für die Götter. Eine halbe Stunde mit Nic und Lotte ist so entspannend wie 2  Wochen Ferien. Bis auf, ja bis auf, Lotte hat herausgefunden, dass Nic lustige Hüpfer macht, wenn sie in geringem Abstand vor ihm die Seite wechselt (er will ja nicht auf sie drauftreten, ausserdem ist die Gelegenheit günstig doch noch einen Freudenhüpfer zu nehmen..) ich sitze also oben drauf und versuche Pferd und Hund so gut wie möglich neben einander herzudirigieren, während es unter mir hüpft und springt und die beiden sich eigentlich herrlich finden und meine Bemühungen eher ... doof.

Mein kleines Beaglemädchen macht den grossen alten Nic auch immer wieder auf "Gefahren" im Wald aufmerksam, als guter Onkel und wie gesagt Fluchttier hat Nic dort natürlich ein besonderes Augenmerk drauf und lässt sich von Lotte gern inspirieren. Diese Inspiration sieht meistens so aus, dass Lotte etwas genauer begutachtet und dann in ihrer jugendlichen Art davor wegspringt. Nicht etwa, weil sie Angst hätte, sondern, weil es ja eventuell spielen könnte. Diese Möglichkeit findet sie so genial, dass sie es dann anbellt, wenn es nicht spielt. Nic seinerseits sieht aber die Gefährlichkeit der Sache und geht dann nur noch ungern dran vorbei. Was wiederum dann bei mir ankommt, weil ich ja meinen Weg nicht ändern will.

Besonders genial finde ich allerdings, dass Lotte am Pferd besser hört als am Boden. Ja, ganz ehrlich. Sie orientiert sich völlig an Nic, schlägt den richtigen Weg ein, hört aufs Wort, wartet, guckt. Nicht, dass sie sonst schlecht hören würde, aber sie ist noch eine Spur aufmerksamer, noch ein bisschen gelehriger und ich glaube insgeheim noch ein bisschen glücklicher, weil sie in ihrer doch sehr unorthodoxen Meute mitlaufen darf. Ausserdem hat Nic ein ähnliches Schritttempo wie Lotte. Er ein bisschen zu langsam für ein Pferd, sie ein bisschen schneller als ein Mensch, da ergibt das gleiche Tempo. Ein ungleiches und doch gleiches Paar.

Kurz und bündig, die Besten.