Zugegeben, ich war schockiert. Gestern Abend sagte mir der Mann in meinem Leben ich sei süchtig. Süchtig??? Ich nehme weder verbotene Drogen, noch rauche ich und zu Alkohol habe ich ein unstetes Verhältnis. Ab und zu, aber selten zu viel.
Bisher war ich der Meinung, dass ich sehr gesund lebe, abgesehen von meiner Liebe zu Eis und Schokolade.
Drogen? Nein, in meinem Leben nicht. Oder eben doch? Der Mann in meinem Leben präzisierte. Du bist süchtig nach deinem Hund. Du könntest jede Sekunde mit ihr verbringen. Die drei Monate, in denen du keinen Hund hattest warst du unerträglich. Unerträglich??? Wirklich? Offenbar schon, ich habe offenbar schlecht geschlafen (es hat ja auch kein Vierbeiner meinen Schlaf bewacht), ich war anstrengend, anhänglich und nervig. Ja, zugebenen. Ich war nicht ausgelastet.
Aber Lotte eine Droge? Ich habe im Internet recherchiert, Hunde können einen ähnlichen Effekt im Hirn auslösen. Sie helfen uns besser durch schwierige Prüfungen als unsere besten Freunde, ihre Anwesenheit senkt in einem Büro den Stresslevel aller Mitarbeitenden, Hunde lesen uns und unterstützen uns. Ihre nervigste Eigenschaft ist vermutlich das laute Furzen im vollen Tram (und Bücher fressen, nicht wahr, liebe Lotte?)
In Amerika werden Hunde in Resozialisierungsprogrammen eingesetzt, mit grossem Erfolg. Den Gefangenen werden unvermittelbare Hunde in ihrer Resozialisierung an die Hand gegeben, die sie ausbilden müssen, damit sie wieder in eine Familie eingegliedert werden können.
Aber so weit bin ich ja nun wirklich nicht.
Aber eine Droge? Ich brauchte mehr Meinungen und wo könnte man besser fragen, als während einer Vorlesung. Ich diskutierte also fröhlich mit meinen Mitstudis, natürlich war ich der Meinung, dass sie die Meinung des Mannes relativieren würden und mir sagen würden, dass ich zwar sicher nicht ganz dicht sei, aber ansonsten normal. Falsch gedacht. "You are a dog addict"... Zum Glück gingen sie nicht so weit, mir zu sagen, dass mein Hund mein Kindersatz sei (was sie wirklich nicht ist, ich möchte kein Kind haben, das sich in Kotze wälzt). Aber meine Droge, ganz sicher. Sie waren sich einig.
Ich muss es also einsehen, der Mann hat Recht. Ich wäre mit Hund entspannter, natürlich. Wie auf Drogen. Wenn man es so betrachtet, dann stimmt das tatsächlich. In der Anwesenheit von Hunden werden Endorphine ausgeschüttet, Glückshormone, Stress wird dadurch gesenkt. Durch Spazieren an der Luft kann man weiterhin Stress abbauen und man kommt, zwangsweise in Kontakt mit anderen Menschen.
So gesehen eine Art Droge, wenn man auf dieser Droge weiter schwimmt, dann driftet man meist in irgendwelche komischen Gruppen ab, die sich Hundeverein nennen (ich bin Mitglied im HSP Allschwil), dort wird dann der Droge so richtig gefrönt. Regelmässig treffen wir uns mit unseren Drogen auf dem Platz und laufen im Kreis, wir sprechen in einer Art Babysprache ("Feini,feini,feini"), tun Dinge, die kein normaler Menschen machen würde. Wer würde sich sonst schon freiwillig im Gras wälzen? Nur Irre und Drogenabhängige. Oder sich zum Affen machen, indem er den Hund wie ein Pferd aussen an einem Longierzirkel langlaufen lässt. Wer versteht schon, ausser Drögelern, die Geheimsprache, wenn man von BH, Agi, VPG, VPH, IPO spricht? Die Normalos haben doch tatsächlich das Gefühl man spricht einen Mix aus Krankenhausslang und willkürlich aneinandergereihten Konsonanten.
Ja, ich glaube ich bin eine von diesen Irren. Trotzdem habe ich mir die gesündeste Droge der Welt ausgesucht.
Am Ende konnte der Mann in meinem Leben seine schon fast böse Anschuldigung wieder gut machen. "Es ist ja gut, dass du Lotte hast. Ohne sie wärst du einfach nicht der Mensch, den ich so liebe."
Drogen verändern die Menschen eben manchmal auch ins Gute.
Ich fand heraus, dass einem in tiefen Kummer von der stillen, hingebungsvollen Kameradschaft eines Hundes Kräfte zufließen, die einem keine andere Quelle spendet.
Doris Day
Ein Blog über ein dreifarbiges Beaglemädchen, das mit seiner Besitzerin die Welt entdeckt.
Manchmal muss man Farbe bekennen
Manchmal muss man einfach sagen, auf welcher Seite man steht. Ich bin natürlich begeisterte Zuschauerin von Victoria Stillwell, die mit sehr einfachen Methoden unerzogenen Hunden in Amerika hilft. Lotte natürlich auch, eine Stunde lang schaut sie begeistert in den Fernseher und nimmt alles auf, was Victoria den Hunden austreiben möchte und denkt nicht mal im Traum daran diese Dinge selbst zu tun (würde ich mir wünschen). Aber immerhin, sie schaut zu.
Heute habe ich eine neue Folge gesehen mit einem, mich schaudert, Puggle. Eine Mischung aus Beagle und Mops. Wie schrecklich ist das? Sogenannte Hybridzüchtungen, Designermixe.
Sind wir ehrlich, alle unsere Hunde sind Designermixe, die über lange Zeit dazu gemacht wurden, was sie heute sind. Doggen waren vor 50 Jahren noch lange nicht so gross, wie sie heute sind, Beagle wurden vor 50 Jahren noch mehrheitlich in Meuten gehalten und nicht wie heute, mehrheitlich als Prinzessinnen auf ihrem Lieblingshundekissen, Labbis waren noch die absoluten Jagdhunde.
Jetzt züchten wir also auf einmal noch mehr Hunde, die eigentlich keinen Sinn und Zweck haben, sondern uns nur beglücken sollen. Wir züchten die kurze Schnauze des Mops weg und machen da eine lange hin und dieses nervige Jagdgehabe des Beagles geht so auch gleich mit weg. Ich mag das nicht. Ganz und gar nicht. Wir haben in den Tierheimen viele Hunde, die aus Versehen entstanden sind, die tolle Familienhunde abgeben, müssen wir dazu zwei Rassen, die so weit auseinanderliegen wie Pluto und Sonne miteinander vermischen? Ganz ehrlich, ich bin ganz klar für klarere Rassen, nicht für Zuchtstandards, sondern für Hunde, die ihrem Job entsprechen. Ich bin dafür Labrador Retriever wieder auf Wasserarbeit zu züchten, nicht als "die perfekten Familienhunde" zu verkaufen. Labbis sind keine perfekten Familienhunde, Moritz, mein Labrador war ein Einmannhund, den ich vergöttert habe und der zwar mit allen Menschen klar kam, aber seine Menschen brauchte. Sie sind, wenn sie so gezüchtet sind, wie sie sollen, selbstständig, sie brauchen eine konsequente Hand, ausdauernde Wasserarbeit. Es sind keine Babysitter. Viele Züchter vergessen das heute. Wozu züchten wir Showlinien, die mit der Dummyarbeit nichts mehr zu tun haben möchten?
Wozu nehmen wir dem Beagle den Biss auf der Jagd? Lotte ist mehr als glücklich, wenn sie Fährten arbeiten darf, Jagdersatztraining nenne ich das. Ab nächster Woche gibt es die ersten Babysteps auf der Schweissfährte (kleiner Spass nebenbei: Ich habe das Blut mit meiner Harley geholt, die Metzger haben nicht schlecht gestaunt).
Die Antwort ist einfach, weil viele Menschen zu wenig Lust haben sich mit dem Hund, den sie an der Leine haben auseinanderzusetzen. Wenn ich manchmal durch den Hundepark gehe, dann kommen mir Menschen mit Hunden an der Leine entgegen, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie wissen, was diese Rasse möchte/braucht.
Das härteste Beispiel in meinen Augen, es tut mir fast leid, dass ich das so schreiben muss, war eine stark übergewichtige Frau mit einem jungen Dobermann. Bevor jetzt hier ein Gerücht entsteht, ich bin der Meinung, dass ein Hund das beste Mittel ist, wieder unter Leute zu kommen und abzunehmen. Aber ein Dobermann? Diese Rasse ist dafür bekannt, dass sie sehr sportlich, agil, aber auch einen leichten Hang zur Aggressivität zeigt. Solche Hunde muss man mit Agility auslasten, joggen, schwimmen, IPO Arbeit, Schutzdienst, Mondioring, etc. Diese Hunde brauchen Action, diese Hunde brauchen einen Besitzer, der weiss, wie man einen Hund erzieht. Der Hund war der erste Hund in den Händen der ansonsten sehr netten Dame. Ich habe sie dann einfach darauf angesprochen, ob sie sich diesen Hund aus einem bestimmten Grund gekauft hat. Die Antwort "Er sieht furchteinflössend aus." Mehr nicht. Ich war schockiert. Ich habe sie dann gefragt, ob sie denn Sport mit dem Hund machen wollte, nein, würde sie nicht wollen, sie würde nahe des Hundeparks wohnen und jeden Tag spazieren gehen, das würde schon reichen.
Mir fehlen die Worte. Ich habe dann auch einfach nichts gesagt.
Um den Menschen jetzt also furchteinflössende Hunde zu bieten, die aber so brav sind wie ein Schaf sollte man doch am besten Schaf mit einkreuzen. Um den Menschen den "perfekten" Hund zu bieten picken wir Rosinen, mit Lotte esse ich das ganze Studentenfutter. Man glaube mir, ich lerne jeden Tag. Wir nehmen uns die Möglichkeit mit diesen Designermixhunden, dass wir Menschen Türen zu Räumen betreten, die wir ohne unsere Hunde nie betreten hätten. Wie die Frau mit dem hyperaktiven Goldie, über den sie zur Dummyarbeit kam und heute mit ihm zur Entenjagd geht. Sie ist glücklich, dass sie die Chance hatte mit ihrem Hund zu arbeiten. Ohne ihn hätte sie nie angefangen zur Jagd zu gehen. Ohne Hunde, die uns zwingen uns zu überlegen, welche Aufgabe sie erfüllen sollen, werden wir faul.
Ich finde, dass es genug tolle "Schosshundrassen" gibt, deren Lieblingsaufgabe schön aussehen und auf dem Sofa liegen ist. Wir brauchen nicht immer noch mehr Rassen, sondern mehr Hirn in der Verbesserung der Rassen, die wir heute haben, sie hätten es nötig. Es gibt so viele Rassen, deren genetische Grundlage auf derart wackeligen Füssen steht, dass man sich überlegen muss schonend und unter Berücksichtigung der ursprünglichen Auslegung der Rasse einzukreuzen. Oder viel schlimmer, die schon so verzüchtet sind, dass man sich überlegen muss, wie man die schlimmsten Fehler rückgängig machen kann (siehe z.B. den deutschen Schäferhund, deren Showlinie nicht einmal mehr gerade laufen kann), wie man genetische Krankheiten so weit wie möglich unterdrücken kann. Wir brauchen keine neuen Rassen, keine Hybridzüchtungen, wir brauchen mehr Hirn in der Zuchtgrundlage. Wir haben uns bereits die fähigsten Rassen vor langer Zeit designt, wir haben es geschafft sie zu verkorksen (siehe schwimmunfähige Labradorschlaftabletten, die kein Jäger mehr haben will, Möpse, die kaum mehr atmen können, Pekinesen mit nicht vorhandener Nase, .....). Es braucht Zuchtrichter, die diesen Wandel einleiten, Züchter, die sich für Wandel einsetzen. Nicht solche, die sich durch einen "fancy" Designermix aus Amerika das schnelle Geld verdienen möchten, weil es für einige Menschen cool ist sich einen Hund an die Leine zu hängen, der gerade einen Namen hat, den man öfter im Fernseher hört.
Es gibt so viele Rassen, die kurz vor dem Aussterben stehen. Wer hat denn von uns schonmal einen "kleinen Brabanter" gesehen? Oder mehr als einen Coton de Tulear (übrigens ein toller, aktiver Schosshund), wer kannte vor Barack Obama schon einen Wasserhund, Schapendoes, alle möglichen Bracken (alpenländische Dachsbracke...), wer weitere sucht, der sollte sich mal die einzelnen FCI Sektionen anschauen. Ich denke da findet doch jeder, der einen Hund sucht, etwas passendes.
Ja, ich mag rückständig wirken, zum Wohle derer Rassen, die wir heute haben. Und zum Wohl der Menschen, deren Hund ihnen zu einem wunderbaren Hobby verholfen hat. (Wer hätte gedacht, dass ich jemals freiwillig Blut anrühre, um es dann liebevoll im Wald zu verteilen?)
Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit sie zu bekommen. (Robert Lembke, dt. Journalist und Fernsehmoderator)
Heute habe ich eine neue Folge gesehen mit einem, mich schaudert, Puggle. Eine Mischung aus Beagle und Mops. Wie schrecklich ist das? Sogenannte Hybridzüchtungen, Designermixe.
Sind wir ehrlich, alle unsere Hunde sind Designermixe, die über lange Zeit dazu gemacht wurden, was sie heute sind. Doggen waren vor 50 Jahren noch lange nicht so gross, wie sie heute sind, Beagle wurden vor 50 Jahren noch mehrheitlich in Meuten gehalten und nicht wie heute, mehrheitlich als Prinzessinnen auf ihrem Lieblingshundekissen, Labbis waren noch die absoluten Jagdhunde.
Jetzt züchten wir also auf einmal noch mehr Hunde, die eigentlich keinen Sinn und Zweck haben, sondern uns nur beglücken sollen. Wir züchten die kurze Schnauze des Mops weg und machen da eine lange hin und dieses nervige Jagdgehabe des Beagles geht so auch gleich mit weg. Ich mag das nicht. Ganz und gar nicht. Wir haben in den Tierheimen viele Hunde, die aus Versehen entstanden sind, die tolle Familienhunde abgeben, müssen wir dazu zwei Rassen, die so weit auseinanderliegen wie Pluto und Sonne miteinander vermischen? Ganz ehrlich, ich bin ganz klar für klarere Rassen, nicht für Zuchtstandards, sondern für Hunde, die ihrem Job entsprechen. Ich bin dafür Labrador Retriever wieder auf Wasserarbeit zu züchten, nicht als "die perfekten Familienhunde" zu verkaufen. Labbis sind keine perfekten Familienhunde, Moritz, mein Labrador war ein Einmannhund, den ich vergöttert habe und der zwar mit allen Menschen klar kam, aber seine Menschen brauchte. Sie sind, wenn sie so gezüchtet sind, wie sie sollen, selbstständig, sie brauchen eine konsequente Hand, ausdauernde Wasserarbeit. Es sind keine Babysitter. Viele Züchter vergessen das heute. Wozu züchten wir Showlinien, die mit der Dummyarbeit nichts mehr zu tun haben möchten?
Wozu nehmen wir dem Beagle den Biss auf der Jagd? Lotte ist mehr als glücklich, wenn sie Fährten arbeiten darf, Jagdersatztraining nenne ich das. Ab nächster Woche gibt es die ersten Babysteps auf der Schweissfährte (kleiner Spass nebenbei: Ich habe das Blut mit meiner Harley geholt, die Metzger haben nicht schlecht gestaunt).
Die Antwort ist einfach, weil viele Menschen zu wenig Lust haben sich mit dem Hund, den sie an der Leine haben auseinanderzusetzen. Wenn ich manchmal durch den Hundepark gehe, dann kommen mir Menschen mit Hunden an der Leine entgegen, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie wissen, was diese Rasse möchte/braucht.
Das härteste Beispiel in meinen Augen, es tut mir fast leid, dass ich das so schreiben muss, war eine stark übergewichtige Frau mit einem jungen Dobermann. Bevor jetzt hier ein Gerücht entsteht, ich bin der Meinung, dass ein Hund das beste Mittel ist, wieder unter Leute zu kommen und abzunehmen. Aber ein Dobermann? Diese Rasse ist dafür bekannt, dass sie sehr sportlich, agil, aber auch einen leichten Hang zur Aggressivität zeigt. Solche Hunde muss man mit Agility auslasten, joggen, schwimmen, IPO Arbeit, Schutzdienst, Mondioring, etc. Diese Hunde brauchen Action, diese Hunde brauchen einen Besitzer, der weiss, wie man einen Hund erzieht. Der Hund war der erste Hund in den Händen der ansonsten sehr netten Dame. Ich habe sie dann einfach darauf angesprochen, ob sie sich diesen Hund aus einem bestimmten Grund gekauft hat. Die Antwort "Er sieht furchteinflössend aus." Mehr nicht. Ich war schockiert. Ich habe sie dann gefragt, ob sie denn Sport mit dem Hund machen wollte, nein, würde sie nicht wollen, sie würde nahe des Hundeparks wohnen und jeden Tag spazieren gehen, das würde schon reichen.
Mir fehlen die Worte. Ich habe dann auch einfach nichts gesagt.
Um den Menschen jetzt also furchteinflössende Hunde zu bieten, die aber so brav sind wie ein Schaf sollte man doch am besten Schaf mit einkreuzen. Um den Menschen den "perfekten" Hund zu bieten picken wir Rosinen, mit Lotte esse ich das ganze Studentenfutter. Man glaube mir, ich lerne jeden Tag. Wir nehmen uns die Möglichkeit mit diesen Designermixhunden, dass wir Menschen Türen zu Räumen betreten, die wir ohne unsere Hunde nie betreten hätten. Wie die Frau mit dem hyperaktiven Goldie, über den sie zur Dummyarbeit kam und heute mit ihm zur Entenjagd geht. Sie ist glücklich, dass sie die Chance hatte mit ihrem Hund zu arbeiten. Ohne ihn hätte sie nie angefangen zur Jagd zu gehen. Ohne Hunde, die uns zwingen uns zu überlegen, welche Aufgabe sie erfüllen sollen, werden wir faul.
Ich finde, dass es genug tolle "Schosshundrassen" gibt, deren Lieblingsaufgabe schön aussehen und auf dem Sofa liegen ist. Wir brauchen nicht immer noch mehr Rassen, sondern mehr Hirn in der Verbesserung der Rassen, die wir heute haben, sie hätten es nötig. Es gibt so viele Rassen, deren genetische Grundlage auf derart wackeligen Füssen steht, dass man sich überlegen muss schonend und unter Berücksichtigung der ursprünglichen Auslegung der Rasse einzukreuzen. Oder viel schlimmer, die schon so verzüchtet sind, dass man sich überlegen muss, wie man die schlimmsten Fehler rückgängig machen kann (siehe z.B. den deutschen Schäferhund, deren Showlinie nicht einmal mehr gerade laufen kann), wie man genetische Krankheiten so weit wie möglich unterdrücken kann. Wir brauchen keine neuen Rassen, keine Hybridzüchtungen, wir brauchen mehr Hirn in der Zuchtgrundlage. Wir haben uns bereits die fähigsten Rassen vor langer Zeit designt, wir haben es geschafft sie zu verkorksen (siehe schwimmunfähige Labradorschlaftabletten, die kein Jäger mehr haben will, Möpse, die kaum mehr atmen können, Pekinesen mit nicht vorhandener Nase, .....). Es braucht Zuchtrichter, die diesen Wandel einleiten, Züchter, die sich für Wandel einsetzen. Nicht solche, die sich durch einen "fancy" Designermix aus Amerika das schnelle Geld verdienen möchten, weil es für einige Menschen cool ist sich einen Hund an die Leine zu hängen, der gerade einen Namen hat, den man öfter im Fernseher hört.
Es gibt so viele Rassen, die kurz vor dem Aussterben stehen. Wer hat denn von uns schonmal einen "kleinen Brabanter" gesehen? Oder mehr als einen Coton de Tulear (übrigens ein toller, aktiver Schosshund), wer kannte vor Barack Obama schon einen Wasserhund, Schapendoes, alle möglichen Bracken (alpenländische Dachsbracke...), wer weitere sucht, der sollte sich mal die einzelnen FCI Sektionen anschauen. Ich denke da findet doch jeder, der einen Hund sucht, etwas passendes.
Ja, ich mag rückständig wirken, zum Wohle derer Rassen, die wir heute haben. Und zum Wohl der Menschen, deren Hund ihnen zu einem wunderbaren Hobby verholfen hat. (Wer hätte gedacht, dass ich jemals freiwillig Blut anrühre, um es dann liebevoll im Wald zu verteilen?)
Der Hund braucht sein Hundeleben. Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit sie zu bekommen. (Robert Lembke, dt. Journalist und Fernsehmoderator)
Menschliche Widerwärtigkeiten...
Gerade sehe ich eine Sendung über die menschliche Widerwärtigkeit. "Der Haustierwahnsinn", jeder, der sich einen Hund zulegen möchte, der sollte sich diesen Film unbedingt ansehen.
Mir kommen die Tränen und ich bin wirklich nicht von Pappe. Man sieht in diesem Film auf furchtbarste, wie der Mensch mit der "Geiz ist geil" Mentalität Hunde kaufen.
Ich habe schon mehrfach in meinem Blog erwähnt, wie wichtig ich es finde, dass Hunde korrekt gezüchtet, mit Blick auf Mutter und Vater und Aufgabe der Rasse, und dann aber auch richtig aufgezogen werden.
Lotte durfte 10 Wochen lang eine wunderbare Familie geniessen, sie hat nebenbei Staubsauger, Kindergeschrei, Menschen, andere Hunde und was aber am wichtigsten ist, Hund sein (kennen)-gelernt. Sie hatte einen guten Start ins Leben. Ich kann mir sicher sein, dass die Züchterfamilie Roth sich alle Mühe gegeben hat, keine Kosten und Mühen gescheut hat, um meiner Lotte ein gutes Leben zu ermöglichen. Das hat seinen Preis. Ja, ein gesunder Hund kostet Geld. Viel Geld, denn die Elterntiere kosten, deren Ausstellungen kosten, deren Unterbringung, wenn sie alt sind kostet....
Wer sich scheut dieses Geld auszugeben, der sollte sich überlegen, was ein kranker Hund kostet. Denn man bekommt kranke, kaputte, psychisch ausgelaugte Tiere.
Wenn ich diese blauäugigen, idiotischen Menschen sehe, die allen ernstes der Kamera erzählen, dass sie glauben, dass sie natürlich einen 8 Wochen alten Welpen in der Hand halten, weil der "Züchter/Vermehrer" ihnen das so versprochen hat, dann könnte ich vom Sofa springen und ihnen ins Gesicht spucken. Nicht nur, dass sie einen Hund kaufen, der unter keinen Umständen psychisch stabil sein kann, der sein Leben lang unter seiner Aufzucht leiden werden wird. Aber die Menschen nehmen das gerne in Kauf, war ja billig. Wie widerwärtig muss man sein?
Geiz ist geil? NEIN!
Denn es bleibt ja nicht billig, ein Notfallbesuch beim Tierarzt (und mit einem Beagle macht man die ab und zu, gerne, weil etwas falsches gefressen wurde) kostet schnell 150,-CHF, das ist aber die Billigvariante. Einmal Apomorphin, damit der ganze Rotz ausgekotzt wird, abhören, drüber lachen und nach Hause fahren. Hunde, die in Massenzucht und hygienischen Massnahmen grossgezogen wurden werden mit der Billigvariante vom Tierarzt nicht durchkommen, dazu kommen die Kosten für den Impfpass, die Grundimmunisierung, die Medikamente, die die eingeschleppten Krankheiten bekämpfen müssen.
Aber man darf nicht nur die Arztkosten betrachten, man überlege sich, dass man ein Kind nach 3 Tagen von der Mutter weg nimmt, diese wieder spritzt, damit sie möglichst schnell das nächste Kind kriegen kann und die Kinder allein lässt. Survival of the fittest extreme.. (Läuft bei Schweinen übrigens ähnlich, aber egal..).
Da wundern sich dann die Menschen, dass diese Hunde dummerweise im späteren Leben total durcheinander sind, wenn sie das erste Mal einen Staubsauger sehen, wenn sie Angst haben vor Menschen, wenn sie durchdrehen, wenn sie das erste Mal ein spielendes Kind sehen.
Natürlich musste ich mit Lotte auch Tramfahren üben, durch die Stadt gehen mit ihr und das war auch nicht immer einfach für mein Hundekind. Aber hei, Mami hatte ihr ein ausgewachsenens Ego mitgegeben, sie hatte gelernt zu Menschen Vertrauen zu haben und ich habe sie einige Male schon beim Züchter besucht, damit sie mich kennenlernt, bevor sie zu mir kam. Das gehört dazu. Natürlich habe ich mir über alles gewünscht, sie so schnell wie möglich zu mir zu bekommen, aber da sollte man mit seinem Ego einfach zurückstecken und halt einfach warten. Für ein vor Selbstvertrauen strotzendes Hundekind. Und das war (und ist) mein Lottchen.
Es ist wie bei Kindern, wenn Kinder Eltern haben, die ihnen vorlesen, die sie hegen und pflegen und sie mit liebevoller Konsequenz erziehen. Diese Kinder werden mich später in der Schule herausfordern, aber sie werden sich auch auf meine Projekte einlassen. Sie werden sich reiben und vielleicht Blödsinn machen und sich ausprobieren, aber sie werden am Ende zu vernünftigen Menschen werden. Kinder, die von ihren Eltern im Stich gelassen werden, nicht richtig versorgt werden, diese Kinder werden meine schulischen Sorgenkinder werden, sie werden so viel Probleme haben, dass sie dem Schulunterricht nicht folgen können, im dümmsten Fall werden sie daheim geschlagen oder es wird ihnen schlimmeres zugefügt. Diesen Kindern wird nicht geholfen mit den Hausaufgaben. Ihr Start ins Leben könnte nicht schlechter laufen und sich von einem solchen Start zu erholen gelingt manchen ein Leben lang nicht.
Hundekinder, die ohne Mutter gross werden, können ihre Hausaufgaben auch nicht machen, sie werden immer ein mehr oder minder gestörtes Verhältnis zu anderen Hunden haben, unaufmerksam sein und ein Problem mit der Reinlichkeit haben.
Wir bezeichnen Hunde als unseren besten Freunde, wer möchte, dass seinem besten Freund so etwas zustösst? Menschen, die die Hunde so kaufen sind für mich widerwärtigster Abschaum, blauäugig, dumm, selbstsüchtig.
Es soll damit nicht heissen, dass ich per se finde, dass jeder Mensch seinen Hund bei einem Züchter kaufen muss. Mischlinge sind tolle Hunde, Unfälle können passieren und wenn die Zwerge gut aufgezogen wurden, warum nicht. Auch gegen Tierheimhunde habe ich gar nichts einzuwenden. Wir haben genügend, sogar so viele, dass man sie nicht aus Spanien oder osteuropäischen Ländern inportieren müsste (besser man spendet Tierschutzorganisationen, die die Situation vor Ort verbessern). So hart es klingt, aber jeder Hund, den wir zu uns holen, ist einer, der den Behörden vor Ort keinen Ärger mehr macht und sie weiter im Glauben lässt, dass sich irgendjemand wohl um die Hunde kümmern wird. Auf jeden geretteten Hund kommen zwei, die nicht gerettet werden können, lieber man kastriert die Hund und passt so auf, dass sie sich nicht weiter vermehren und gibt der Bevölkerung die nötigen Informationen mit den Hunden richtig umzugehen.
Aber ich schweife ab. Ich wünsche mir mit diesem Beitrag nichts mehr, als dass die Menschen ihre Augen aufmachen beim Hundekauf. Man muss verstehen, dass ein geimpfter, gut aufgezogener Hund einfach mehr kostet als 200,-EUR und wenn das Tierheim einem keinen Hund geben wollte, dann sollte man darüber nachdenken, warum das so ist und sich nicht blindlings einen Welpen kaufen. Womöglich noch von einer Rasse, deren Rassebuch man nicht gelesen hat, plötzlich steht man dann vor einem ausgewachsenen Was-auch-immer, der zwar nett aussieht, aber dessen Bewegungsdrang so hoch ist, dass er die Wände hochgeht. Der so hypernervös ist, dass er um sich beisst und der von Mami nicht gelernt hat, dass man sauber sein sollte und deshalb lange sein Geschäft in der Wohnung verrichtet, weil er draussen zu gestresst ist, um zu pieseln.
Willst du in Freundschaft investieren, dann kauf dir einen Hund.
Le Baron Cooke
-
In der Bankenkrise haben wir erlebt, was passiert, wenn man in Schundpapiere investiert. Privatpersonen hilft der Staat leider nicht.
Für weitere Informationen:
http://www.wuehltischwelpen.de
http://www.vdh.de/hunde-muessen-draussen-bleiben.html
(Der Zoo Zajac, der grösste Zoohandel weltweit möchte auch Welpen verkaufen, der VDH schliesst Mitglieder aus, die ihre Welpen an diesen Händler verkaufen. Recht so, finden Lotte und ich, sie mag auch nicht die ganze Zeit befingert werden und anstarren ist für Hunde eine Geste der Aggressivität)
Mir kommen die Tränen und ich bin wirklich nicht von Pappe. Man sieht in diesem Film auf furchtbarste, wie der Mensch mit der "Geiz ist geil" Mentalität Hunde kaufen.
Ich habe schon mehrfach in meinem Blog erwähnt, wie wichtig ich es finde, dass Hunde korrekt gezüchtet, mit Blick auf Mutter und Vater und Aufgabe der Rasse, und dann aber auch richtig aufgezogen werden.
Lotte durfte 10 Wochen lang eine wunderbare Familie geniessen, sie hat nebenbei Staubsauger, Kindergeschrei, Menschen, andere Hunde und was aber am wichtigsten ist, Hund sein (kennen)-gelernt. Sie hatte einen guten Start ins Leben. Ich kann mir sicher sein, dass die Züchterfamilie Roth sich alle Mühe gegeben hat, keine Kosten und Mühen gescheut hat, um meiner Lotte ein gutes Leben zu ermöglichen. Das hat seinen Preis. Ja, ein gesunder Hund kostet Geld. Viel Geld, denn die Elterntiere kosten, deren Ausstellungen kosten, deren Unterbringung, wenn sie alt sind kostet....
Wer sich scheut dieses Geld auszugeben, der sollte sich überlegen, was ein kranker Hund kostet. Denn man bekommt kranke, kaputte, psychisch ausgelaugte Tiere.
Wenn ich diese blauäugigen, idiotischen Menschen sehe, die allen ernstes der Kamera erzählen, dass sie glauben, dass sie natürlich einen 8 Wochen alten Welpen in der Hand halten, weil der "Züchter/Vermehrer" ihnen das so versprochen hat, dann könnte ich vom Sofa springen und ihnen ins Gesicht spucken. Nicht nur, dass sie einen Hund kaufen, der unter keinen Umständen psychisch stabil sein kann, der sein Leben lang unter seiner Aufzucht leiden werden wird. Aber die Menschen nehmen das gerne in Kauf, war ja billig. Wie widerwärtig muss man sein?
Geiz ist geil? NEIN!
Denn es bleibt ja nicht billig, ein Notfallbesuch beim Tierarzt (und mit einem Beagle macht man die ab und zu, gerne, weil etwas falsches gefressen wurde) kostet schnell 150,-CHF, das ist aber die Billigvariante. Einmal Apomorphin, damit der ganze Rotz ausgekotzt wird, abhören, drüber lachen und nach Hause fahren. Hunde, die in Massenzucht und hygienischen Massnahmen grossgezogen wurden werden mit der Billigvariante vom Tierarzt nicht durchkommen, dazu kommen die Kosten für den Impfpass, die Grundimmunisierung, die Medikamente, die die eingeschleppten Krankheiten bekämpfen müssen.
Aber man darf nicht nur die Arztkosten betrachten, man überlege sich, dass man ein Kind nach 3 Tagen von der Mutter weg nimmt, diese wieder spritzt, damit sie möglichst schnell das nächste Kind kriegen kann und die Kinder allein lässt. Survival of the fittest extreme.. (Läuft bei Schweinen übrigens ähnlich, aber egal..).
Da wundern sich dann die Menschen, dass diese Hunde dummerweise im späteren Leben total durcheinander sind, wenn sie das erste Mal einen Staubsauger sehen, wenn sie Angst haben vor Menschen, wenn sie durchdrehen, wenn sie das erste Mal ein spielendes Kind sehen.
Natürlich musste ich mit Lotte auch Tramfahren üben, durch die Stadt gehen mit ihr und das war auch nicht immer einfach für mein Hundekind. Aber hei, Mami hatte ihr ein ausgewachsenens Ego mitgegeben, sie hatte gelernt zu Menschen Vertrauen zu haben und ich habe sie einige Male schon beim Züchter besucht, damit sie mich kennenlernt, bevor sie zu mir kam. Das gehört dazu. Natürlich habe ich mir über alles gewünscht, sie so schnell wie möglich zu mir zu bekommen, aber da sollte man mit seinem Ego einfach zurückstecken und halt einfach warten. Für ein vor Selbstvertrauen strotzendes Hundekind. Und das war (und ist) mein Lottchen.
Es ist wie bei Kindern, wenn Kinder Eltern haben, die ihnen vorlesen, die sie hegen und pflegen und sie mit liebevoller Konsequenz erziehen. Diese Kinder werden mich später in der Schule herausfordern, aber sie werden sich auch auf meine Projekte einlassen. Sie werden sich reiben und vielleicht Blödsinn machen und sich ausprobieren, aber sie werden am Ende zu vernünftigen Menschen werden. Kinder, die von ihren Eltern im Stich gelassen werden, nicht richtig versorgt werden, diese Kinder werden meine schulischen Sorgenkinder werden, sie werden so viel Probleme haben, dass sie dem Schulunterricht nicht folgen können, im dümmsten Fall werden sie daheim geschlagen oder es wird ihnen schlimmeres zugefügt. Diesen Kindern wird nicht geholfen mit den Hausaufgaben. Ihr Start ins Leben könnte nicht schlechter laufen und sich von einem solchen Start zu erholen gelingt manchen ein Leben lang nicht.
Hundekinder, die ohne Mutter gross werden, können ihre Hausaufgaben auch nicht machen, sie werden immer ein mehr oder minder gestörtes Verhältnis zu anderen Hunden haben, unaufmerksam sein und ein Problem mit der Reinlichkeit haben.
Wir bezeichnen Hunde als unseren besten Freunde, wer möchte, dass seinem besten Freund so etwas zustösst? Menschen, die die Hunde so kaufen sind für mich widerwärtigster Abschaum, blauäugig, dumm, selbstsüchtig.
Es soll damit nicht heissen, dass ich per se finde, dass jeder Mensch seinen Hund bei einem Züchter kaufen muss. Mischlinge sind tolle Hunde, Unfälle können passieren und wenn die Zwerge gut aufgezogen wurden, warum nicht. Auch gegen Tierheimhunde habe ich gar nichts einzuwenden. Wir haben genügend, sogar so viele, dass man sie nicht aus Spanien oder osteuropäischen Ländern inportieren müsste (besser man spendet Tierschutzorganisationen, die die Situation vor Ort verbessern). So hart es klingt, aber jeder Hund, den wir zu uns holen, ist einer, der den Behörden vor Ort keinen Ärger mehr macht und sie weiter im Glauben lässt, dass sich irgendjemand wohl um die Hunde kümmern wird. Auf jeden geretteten Hund kommen zwei, die nicht gerettet werden können, lieber man kastriert die Hund und passt so auf, dass sie sich nicht weiter vermehren und gibt der Bevölkerung die nötigen Informationen mit den Hunden richtig umzugehen.
Aber ich schweife ab. Ich wünsche mir mit diesem Beitrag nichts mehr, als dass die Menschen ihre Augen aufmachen beim Hundekauf. Man muss verstehen, dass ein geimpfter, gut aufgezogener Hund einfach mehr kostet als 200,-EUR und wenn das Tierheim einem keinen Hund geben wollte, dann sollte man darüber nachdenken, warum das so ist und sich nicht blindlings einen Welpen kaufen. Womöglich noch von einer Rasse, deren Rassebuch man nicht gelesen hat, plötzlich steht man dann vor einem ausgewachsenen Was-auch-immer, der zwar nett aussieht, aber dessen Bewegungsdrang so hoch ist, dass er die Wände hochgeht. Der so hypernervös ist, dass er um sich beisst und der von Mami nicht gelernt hat, dass man sauber sein sollte und deshalb lange sein Geschäft in der Wohnung verrichtet, weil er draussen zu gestresst ist, um zu pieseln.
Willst du in Freundschaft investieren, dann kauf dir einen Hund.
Le Baron Cooke
-
In der Bankenkrise haben wir erlebt, was passiert, wenn man in Schundpapiere investiert. Privatpersonen hilft der Staat leider nicht.
Für weitere Informationen:
http://www.wuehltischwelpen.de
http://www.vdh.de/hunde-muessen-draussen-bleiben.html
(Der Zoo Zajac, der grösste Zoohandel weltweit möchte auch Welpen verkaufen, der VDH schliesst Mitglieder aus, die ihre Welpen an diesen Händler verkaufen. Recht so, finden Lotte und ich, sie mag auch nicht die ganze Zeit befingert werden und anstarren ist für Hunde eine Geste der Aggressivität)
Die Antwort...
Zugegeben, kein Hundehalter hört es gern, wenn der eigene Hund als dumm bezeichnet wird. Aber in diesem Post muss ich zur Ehrenrettung der Beagle antreten. Sie wurden nämlich auf der Liste der dümmsten Hunde auf Platz acht gewählt. Bitte?????
Dazu muss man sagen, dass der Labrador auf die Liste der intelligentesten Hunde gewählt wurde, der geneigte Blogleser weiss, wir besassen einen solchen(mehrere solche) schon. Ich dachte, ich sehe nicht richtig.
Lotte dumm? Ich kann es nicht fassen, in dem Beitrag wird beschrieben, dass Beagles schwer erziehbar sind, weil ihre Aufmerksamkeitsspanne zu gering ist. Sie sind quasi die ADHS Kinder unter den Hunden, aber ADHS Kinder sind nicht per se dumm. Sie lassen sich von jeder Spur abbringen und brauchen eine extra Portion Geduld und Aufmerksamkeit. Zum Glück hat der Artikel auch entdeckt, dass Beagles Jagdhunde sind. Natürlich lassen die sich von jeder Spur abbringen, dass müssen sie auch und so lange wir Beagles auf Jagdeignung züchten wird sich das auch nicht ändern. Lotte wird niemals ein Hütehund werden, der sich zu 100% an seinem Halter orientiert.
Aber zurück zum Blödsinn, Lotte ist mitnichten dumm, sie hat unglaublich viel Temperament und manchmal genau so viel Sahne im Kopf, aber sie meistert neue Aufgaben schnell, sie ist ein Ass auf der Fährte (wenn ich denn mehr mit ihr machen würde, dann wäre sie vermutlich noch viel besser). Mit den richtigen Aufgaben ist ein Beagle ein Ass, superclever, temperamentvoll, lustig, eigensinnig. Aber das macht ihn auch schwierig, denn wer sich keine Zeit nimmt, der wird einen "dummen" Beagle bekommen. Einen der nicht hört oder hören will, einen der sich nicht an seinem Halter orientiert, weil der einfach nicht spannend genug ist. Ich gehe halt jeden Tag mit einer vollgestopften Barbourjacke in den Wald und mache meinen dummen Übungen mit Lotte. Aber das schweisst zusammen. Ausserdem fördert das ihre Konzentration auf mich. Meistens.
Mo hingegen (you remember, the guy with the broken heart), mein wunderbarer alter Labbi, war einfach nicht besonders clever. Arbeit? Nein, lieber nicht. Er hatte seine bevorzugten Spiele, die er ganz nett fand, so richtige Labbi Spiele, aber auch die musste man ihm länger beibringen, ich habe mit ihm mindestens fünf Tage geübt, bis Monsieur geschnallt hatte, dass er mir doch bitte den Beutel bringen sollte. Dann aber noch nicht in die Hand, bei Lotte ging das wesentlich schneller.
Ich habe, weil ich mit meinen Viechern ja sowieso nicht objektiv bin, den Mann an meiner Seite gefragt, der schwer davon überzeugt ist, dass Mo das intelligenteste je lebende Tier war (die beiden hatten eine Affenliebe zueinander), Lotte ist für ihn noch ein unfertiges, manchmal nerviges kleines Mädchen. Er hat mehr übrig für gesetzte Gentleman wie Mo als für polnische Schlagerstars mit Hurra Mentalität wie Lotte. Er ist also nicht wirklich objektiver Betrachter.
Mehr Referenzen konnte ich in der kurzen Zeit nicht auftun, aber ich kann es einfach immer noch nicht fassen.
Auf der Liste tauchen Hunderassen, die ich als dumm bezeichnen würde, gar nicht auf. Möpse zum Beispiel, sie sind nur für das Amusement erfunden worden, können kaum atmen und entscheiden sich ab dem siebten Lebenjahr aus, was sie tun oder auch nicht. In diesem Alter können sie wegen Verfettung durch die Besitzer nämlich meist nicht mehr atmen. Windhundrassen fehlen mir allgemein auf der Liste, es taucht nur der Afghane auf. Aber Windhunde können einfach nur rennen, die können nicht mal riechen, wenn das Wild im Wald nicht mehr sichtbar ist, na dann rennen wir eben einfach so durch die Gegend. Also ehrlich, Lotte sucht dann wenigstens.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dummstellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
Kurt Tucholsky
Dazu muss man sagen, dass der Labrador auf die Liste der intelligentesten Hunde gewählt wurde, der geneigte Blogleser weiss, wir besassen einen solchen(mehrere solche) schon. Ich dachte, ich sehe nicht richtig.
Lotte dumm? Ich kann es nicht fassen, in dem Beitrag wird beschrieben, dass Beagles schwer erziehbar sind, weil ihre Aufmerksamkeitsspanne zu gering ist. Sie sind quasi die ADHS Kinder unter den Hunden, aber ADHS Kinder sind nicht per se dumm. Sie lassen sich von jeder Spur abbringen und brauchen eine extra Portion Geduld und Aufmerksamkeit. Zum Glück hat der Artikel auch entdeckt, dass Beagles Jagdhunde sind. Natürlich lassen die sich von jeder Spur abbringen, dass müssen sie auch und so lange wir Beagles auf Jagdeignung züchten wird sich das auch nicht ändern. Lotte wird niemals ein Hütehund werden, der sich zu 100% an seinem Halter orientiert.
Aber zurück zum Blödsinn, Lotte ist mitnichten dumm, sie hat unglaublich viel Temperament und manchmal genau so viel Sahne im Kopf, aber sie meistert neue Aufgaben schnell, sie ist ein Ass auf der Fährte (wenn ich denn mehr mit ihr machen würde, dann wäre sie vermutlich noch viel besser). Mit den richtigen Aufgaben ist ein Beagle ein Ass, superclever, temperamentvoll, lustig, eigensinnig. Aber das macht ihn auch schwierig, denn wer sich keine Zeit nimmt, der wird einen "dummen" Beagle bekommen. Einen der nicht hört oder hören will, einen der sich nicht an seinem Halter orientiert, weil der einfach nicht spannend genug ist. Ich gehe halt jeden Tag mit einer vollgestopften Barbourjacke in den Wald und mache meinen dummen Übungen mit Lotte. Aber das schweisst zusammen. Ausserdem fördert das ihre Konzentration auf mich. Meistens.
Mo hingegen (you remember, the guy with the broken heart), mein wunderbarer alter Labbi, war einfach nicht besonders clever. Arbeit? Nein, lieber nicht. Er hatte seine bevorzugten Spiele, die er ganz nett fand, so richtige Labbi Spiele, aber auch die musste man ihm länger beibringen, ich habe mit ihm mindestens fünf Tage geübt, bis Monsieur geschnallt hatte, dass er mir doch bitte den Beutel bringen sollte. Dann aber noch nicht in die Hand, bei Lotte ging das wesentlich schneller.
Ich habe, weil ich mit meinen Viechern ja sowieso nicht objektiv bin, den Mann an meiner Seite gefragt, der schwer davon überzeugt ist, dass Mo das intelligenteste je lebende Tier war (die beiden hatten eine Affenliebe zueinander), Lotte ist für ihn noch ein unfertiges, manchmal nerviges kleines Mädchen. Er hat mehr übrig für gesetzte Gentleman wie Mo als für polnische Schlagerstars mit Hurra Mentalität wie Lotte. Er ist also nicht wirklich objektiver Betrachter.
Mehr Referenzen konnte ich in der kurzen Zeit nicht auftun, aber ich kann es einfach immer noch nicht fassen.
Auf der Liste tauchen Hunderassen, die ich als dumm bezeichnen würde, gar nicht auf. Möpse zum Beispiel, sie sind nur für das Amusement erfunden worden, können kaum atmen und entscheiden sich ab dem siebten Lebenjahr aus, was sie tun oder auch nicht. In diesem Alter können sie wegen Verfettung durch die Besitzer nämlich meist nicht mehr atmen. Windhundrassen fehlen mir allgemein auf der Liste, es taucht nur der Afghane auf. Aber Windhunde können einfach nur rennen, die können nicht mal riechen, wenn das Wild im Wald nicht mehr sichtbar ist, na dann rennen wir eben einfach so durch die Gegend. Also ehrlich, Lotte sucht dann wenigstens.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dummstellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
Kurt Tucholsky
Lotte und das Ungeheuer aus Loch Ness
Nein, wir waren nicht in Schottland muss vorausschicken, auch wenn das eine Feriendestination ist, die sicherlich demnächst angesteuert wird.
Lotte begegnete dem Nessy heute in unserem ureigenen Badezimmer. Mein Hund meidet diesen Ort normalerweise tunlichst, da er sie unschön an ihre Deparfümierungen nach diversen Schaumbädern in Aas erinnert. Im Augenblick geht das nämlich besonders gut und mindestens einmal am Tag muss sie in die Wanne, da riecht man gerade frisch nach *****(Unsagbar widerwärtig..), dann wird das Eau de Klo auch sofort wieder abgewaschen.
Die Sache ändert sich aber schlagartig, sobald ein Mensch das Ungeheuer Badewanne/Toilette betritt und benutzt, dann wird es spannend. Es stinkt zwar widerwärtig nach synthetischen Duschmitteln (die meiner Nase eher schmeicheln), trotzdem ist das Bad so etwas wie das Kino für Hunde.
Offiziell hat Lotte natürlich Verbot im Bad zu sein, aber wenn etwas verboten ist, dann wird es natürlich zehnfach spannender.
Aber ich schweife ab, die Geschichte, die mir unter den Nägeln brennt ist natürlich Nessy. Lotte hat es gefunden. Nach einer anstrengenden Jogging Runde mit Lotte, wir trainieren für Canicross, eine Sportart bei der Lotte mich zieht. Angesichts unserer schon fast kontrastierenden Kondition ist es derzeit vermutlich ulkig uns zuzuschauen, der Beagle gibt vorne alles, angestrengt fliegende Fallschirmohren und ich keuche hinterher, als würde es kein Morgen geben. Mitleid hat Lotte nicht, wozu auch? Irgendwann wird die Alte schon hinterherrennen.
Nach dieser Tortur gibt es nichts schöneres als ein langes Schaumbad. Glücklich versinke ich also in der Wanne, als auf einmal ein erschrecktes Beaglebellen mich aus den wohlig warmen Fluten reisst.
Ganz erstaunt schaue ich mich um, aber da war gar nichts, ausser natürlich das schockierte, in Falten gelegte Gesicht von Lotte. Aufgeregt tänzelte sie um die Wanne herum. Im ersten Augenblick hätte ich schwören können, sie habe Angst ich könnte ertrinken. Was ich im zweiten Augenblick verworfen habe, sie würde mir wahrscheinlich gönnen in dem elenden Ding zu ertrinken, schliesslich gibt es keinen schrecklicheren Ort in der Wohnung und das wäre nur der gerechte Beweis.
Lotte kläfft also weiter, was angesichts ihrer komischen Stimme eher klingt wie das erstickende Quieken eines Schweins.
Aber nicht einmal das Kind unserer Nachbarn war am Spielen und auch die alte Dame unter uns hatte den Fernseher an. Ja, was war denn los?
Lotte hatte das Nessy höchst persönlich entdeckt! Ich hatte meinen schaumbewehrten Fuss lässig aus der Wanne hängen lassen beim Abtauchen. Ich tat ihr den Gefallen und steckte ihn in die Wanne zurück, was sie zwar beruhigte, aber als dann meine Hand herauskam, HimmelHerrgottHilf, sie wird gefressen. Helle Aufregung!! Lotte wusste schon immer, dass die Badewanne ein ausgesprochen gefährlicher Ort ist. Grosses Kino, grosses Gebell.
Ich konnte es mir natürlich nicht nehmen lassen und sie mit ihrem Ego hochzunehmen. Lotte würde, wenn sie so gross wäre, wie ihr Ego, nämlich gar nicht ins Badezimmer passen, geschweige denn durch normale Türen. Es wurmt sie furchtbar, wenn sie sich an etwas nicht herantraut und dieses Etwas wird dann verbellt, bis es aufgibt (was meist nicht der Fall ist, ich würde ein schweinequiekendes, lebendiges Steifftier auch nicht ernst nehmen), oder Lotte hocherhobenen Prollschwanzes daran vorbeizuckelt.
Als dann endlich meine Hand ohne Schaum aus der Wanne kam, nachdem ich vor Lachen wirklich fast in der Wanne erstickt wäre, war sie überglücklich und leckte sie von oben bis unten ab. Das muss derartig eklig gewesen sein, dass sie das Gesicht verzog, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. Aber was tut man nicht alles für Frauchen, wenn man sie gerade vor den Ungeheuer aus der Badewanne gerettet hat.
(Anm. d. Red. Danach war ich noch Duschen, ich will das Tier ja nicht zu Tode ängstigen)
"Ihr Name lautet nicht länger "wilder Hund", sondern "bester Freund"." R. Kipling
Wir würden doch so gern Abschied nehmen...
Ach, was war das für ein Monat, Lottchen und ich haben unsere Traumwohnung gefunden und wir sind auch direkt eingezogen. Manche Dinge verändern sich schneller, als man denkt. Gar nicht weit von unserer alten Wohnung leben wir jetzt in einer grossen Zweizimmerwohnung, nur wir beide ganz für uns und ich geniesse die Zeit mit meiner Lotte. Sie wird mit jedem Tag mehr zu meinem Hundi, ihr meintet doch nicht etwa, dass ich mich von Lotte trennen könnte?!? :-)
Wir nehmen Abschied vom Winter, oder versuchen es beide sehr angestrengt. Und von alten Gewohnheiten.
Lottchen, meine kleine, freche Lotte, geniesst die Zeit zu zweit, sie darf zwar nicht mehr auf dem Sofa liegen, aber wir haben jetzt neue Kuschelplätze entdeckt, wir waren viel zusammen in der Stadt und haben uns neue Möbel, etc. gekauft. Lotte findet IKEA klasse, viel zu schnüffeln. Ausserdem gibt es jedes Mal ein neues Spielzeug, noch so ein Abschied, den Lotte oft verkraften muss, irgendwann sind die alten Dinger einfach hinüber und gehen dann den Gang alles irdischen. Lotte weidet sie fachmännisch aus und lässt nicht ein bisschen Stopfmaterial in dem Vieh drin. Zum Glück haben wird Parkettboden in der neuen Wohnung, da lässt sichs leichter aufsammeln. Durch unsere vielen Stadtbesuche ist Leine laufen jetzt nicht mehr so unglaublich unangenehm, findet Lotte, ausserdem ist sie der geborene Shooting Star, obwohl sie sich mehr und mehr die Menschen aussucht, die sie beachtet. Längst nicht jeder ist gut genug, das war mir schon länger im Wald aufgefallen, aber in der Stadt ist es jetzt auch offensichtlich, man könnte schon fast von einer hündischen Hochnäsigkeit sprechen, die Lotte an den Tag legt. Beachtet jemand meinen Hund aber nicht, dann zieht sie die Karte "armer Hund" aus dem Ärmel, herzerweichendes Ausschnaufen, verlegenes Kratzen hinterm Ohr und ganz neu im Repertoire ist der leicht vorwurfsvolle Blick nach oben, bei dem man ein ganz kleines bisschen weiss der Augen sieht. So theatralisch, so schön, so geübt, so gekonnt und immer wieder überzeugend. Sogar Menschen, die Hunden nichts abgewinnen können, Lotte darf alles. Lotte darf sogar mit in den Coop, der Securitymensch am Eingang konnte nicht verkraften, dass der arme Hund bei der Kälte draussen sitzen muss (ich habe elegant verschwiegen, dass wir vorher drei Stunden durch die langen Erlen getapert sind, schliesslich will ich der Grand Dame den Auftritt nicht vermiesen), da stellt er sich nah an den Eingang und nimmt den Beagle zu sich. Es wird nie langweilig mit diesem Hund.
Von Nic mussten wir auch Abschied nehmen, aber ich habe manchmal den Eindruck, dass Lotte ihre neue Begleitung einfach lieber mag, Bibi, eine Drahthaar-Münsterländer Dame, die mit einem ähnlich kreativen Kopf ausgestattet ist wie Lotte. Und ich liebe Bibi vielleicht gerade deswegen, wer weiss, vielleicht gibts ja doch noch einen zweiten?! Aber zwei so Jagdviecher.. Bibi kommt uns ab und zu besuchen , oder wir gehen gemeinsam spazieren.
Die beiden sind ein unschlagbares Team, sie spielen, toben und machen gemeinsam unglaublich viel Blödsinn. Ausserdem ist Bibi auch eine Schauspielerin, die beiden lassen einen in den Situationen, in denen es darauf ankommt einen guten Eindruck zu machen nie hängen. Die alte Dame mit dem kläffenden Zwergpinscher an der Leine, die beiden Jagdhunde, die im perfekten Sitz vor mir warten, ohne mit der Wimper zu zucken. DAS macht Eindruck, wenn man übersieht, dass die beiden vorher ganz vergessen hatten, dass "HIER" nicht das Kommando zum Wegrennen ist. Ausserdem wird man permanent darauf angesprochen, ob denn das gut gehen würde mit ZWEI Jagdhunden, vorbildlich kommen dann beide, zum Zuhören. Zwei Sekunden später ist das Ganze dann aber schnell wieder vergessen, guckt ja keiner mehr. Es braucht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, bringt dafür aber eindeutig mehr Spass.
Was für positive Abschiede... Manchmal muss man den Sprung in etwas neues wagen, um etwas besseres für sich zu finden, auch wenn es schwer fällt, das Alte loszulassen.
Ein Abschied, der aber nur furchtbar ist, wird am 1. April auf uns zukommen, Leinenzwang blüht. Ich probiere den Vorteil daraus zu sehen, ein verschärftes Schleppleinentraining, mehr Zeit für harte Arbeit mit der Pfeife, mehr Zeit für Schleppfährten, Schweissfährten, Stadtagility... Aber ein schwerer Abschied für einen Hund, der sich ohne Leine so pudelwohl fühlt wie Lotte. Auf der anderen Seite haben wir dann endlich den Winter hinter uns gelassen, den wiederum hasst mein Beagelchen ja. Seitdem es 14 Grad warm war bei uns besteht Lotte wieder auf ihrem täglichen Bad, wie sie es im Sommer immer genommen hat, wenigstens mit den Füssen rein. Sie besteht darauf, dass der Winter jetzt vorbei ist, egal, ob einem dabei die Füsse abfrieren. Sie verabschiedet sich auch vehement von allen Haaren. Wenn ich in einem meiner letzten Beiträge geschrieben habe, dass mein Hund sich kein Winterfell zugelegt hat, dann nehme ich alles zurück. Lotte haart wie ein Wollschwein, wir bürsten jeden Tag mehrfach (was sie über alles hasst und von dem sie sich gern verabschieden würde) und sie haart und haart und haart. Aber auch das geht (hoffentlich) vorbei.
Bis zum nächsten Blog dauert es sicher nicht so lang, aber Lottchen und ich waren wirklich angestrengt mit Kisten ein- und auspacken (besonders beim Zerreissen des Seidenpapiers war Lotte eine grosse Hilfe), Lotte musste sich an die neue Wohnung gewöhnen, was ziemlich schnell am Ende ging. Sie geniesst es wie ich auch, ihre Dummheiten haben spürbar abgenommen, meine Bücher sind noch ganz, obwohl sie bis zum Boden stehen. Sie ist ausgeglichen und wenn ich nach Hause komme, dann schauen mich gaaaaaanz müde Beagleaugen an. Unsere Nachbarn hören sie nie, auch wenn ich mal ausser Haus bin ohne Hund. (Was nun noch seltener vorkommt, weil sich meine Unistunden dezimiert haben und ich damit viel mehr kurze Schichten in der UBS arbeite...) Wir haben eine Work-Life-Dog Balance gefunden, die uns beiden hervorragend passt.
Wir nehmen Abschied vom Winter, oder versuchen es beide sehr angestrengt. Und von alten Gewohnheiten.
Lottchen, meine kleine, freche Lotte, geniesst die Zeit zu zweit, sie darf zwar nicht mehr auf dem Sofa liegen, aber wir haben jetzt neue Kuschelplätze entdeckt, wir waren viel zusammen in der Stadt und haben uns neue Möbel, etc. gekauft. Lotte findet IKEA klasse, viel zu schnüffeln. Ausserdem gibt es jedes Mal ein neues Spielzeug, noch so ein Abschied, den Lotte oft verkraften muss, irgendwann sind die alten Dinger einfach hinüber und gehen dann den Gang alles irdischen. Lotte weidet sie fachmännisch aus und lässt nicht ein bisschen Stopfmaterial in dem Vieh drin. Zum Glück haben wird Parkettboden in der neuen Wohnung, da lässt sichs leichter aufsammeln. Durch unsere vielen Stadtbesuche ist Leine laufen jetzt nicht mehr so unglaublich unangenehm, findet Lotte, ausserdem ist sie der geborene Shooting Star, obwohl sie sich mehr und mehr die Menschen aussucht, die sie beachtet. Längst nicht jeder ist gut genug, das war mir schon länger im Wald aufgefallen, aber in der Stadt ist es jetzt auch offensichtlich, man könnte schon fast von einer hündischen Hochnäsigkeit sprechen, die Lotte an den Tag legt. Beachtet jemand meinen Hund aber nicht, dann zieht sie die Karte "armer Hund" aus dem Ärmel, herzerweichendes Ausschnaufen, verlegenes Kratzen hinterm Ohr und ganz neu im Repertoire ist der leicht vorwurfsvolle Blick nach oben, bei dem man ein ganz kleines bisschen weiss der Augen sieht. So theatralisch, so schön, so geübt, so gekonnt und immer wieder überzeugend. Sogar Menschen, die Hunden nichts abgewinnen können, Lotte darf alles. Lotte darf sogar mit in den Coop, der Securitymensch am Eingang konnte nicht verkraften, dass der arme Hund bei der Kälte draussen sitzen muss (ich habe elegant verschwiegen, dass wir vorher drei Stunden durch die langen Erlen getapert sind, schliesslich will ich der Grand Dame den Auftritt nicht vermiesen), da stellt er sich nah an den Eingang und nimmt den Beagle zu sich. Es wird nie langweilig mit diesem Hund.
Von Nic mussten wir auch Abschied nehmen, aber ich habe manchmal den Eindruck, dass Lotte ihre neue Begleitung einfach lieber mag, Bibi, eine Drahthaar-Münsterländer Dame, die mit einem ähnlich kreativen Kopf ausgestattet ist wie Lotte. Und ich liebe Bibi vielleicht gerade deswegen, wer weiss, vielleicht gibts ja doch noch einen zweiten?! Aber zwei so Jagdviecher.. Bibi kommt uns ab und zu besuchen , oder wir gehen gemeinsam spazieren.
Die beiden sind ein unschlagbares Team, sie spielen, toben und machen gemeinsam unglaublich viel Blödsinn. Ausserdem ist Bibi auch eine Schauspielerin, die beiden lassen einen in den Situationen, in denen es darauf ankommt einen guten Eindruck zu machen nie hängen. Die alte Dame mit dem kläffenden Zwergpinscher an der Leine, die beiden Jagdhunde, die im perfekten Sitz vor mir warten, ohne mit der Wimper zu zucken. DAS macht Eindruck, wenn man übersieht, dass die beiden vorher ganz vergessen hatten, dass "HIER" nicht das Kommando zum Wegrennen ist. Ausserdem wird man permanent darauf angesprochen, ob denn das gut gehen würde mit ZWEI Jagdhunden, vorbildlich kommen dann beide, zum Zuhören. Zwei Sekunden später ist das Ganze dann aber schnell wieder vergessen, guckt ja keiner mehr. Es braucht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, bringt dafür aber eindeutig mehr Spass.
Was für positive Abschiede... Manchmal muss man den Sprung in etwas neues wagen, um etwas besseres für sich zu finden, auch wenn es schwer fällt, das Alte loszulassen.
Ein Abschied, der aber nur furchtbar ist, wird am 1. April auf uns zukommen, Leinenzwang blüht. Ich probiere den Vorteil daraus zu sehen, ein verschärftes Schleppleinentraining, mehr Zeit für harte Arbeit mit der Pfeife, mehr Zeit für Schleppfährten, Schweissfährten, Stadtagility... Aber ein schwerer Abschied für einen Hund, der sich ohne Leine so pudelwohl fühlt wie Lotte. Auf der anderen Seite haben wir dann endlich den Winter hinter uns gelassen, den wiederum hasst mein Beagelchen ja. Seitdem es 14 Grad warm war bei uns besteht Lotte wieder auf ihrem täglichen Bad, wie sie es im Sommer immer genommen hat, wenigstens mit den Füssen rein. Sie besteht darauf, dass der Winter jetzt vorbei ist, egal, ob einem dabei die Füsse abfrieren. Sie verabschiedet sich auch vehement von allen Haaren. Wenn ich in einem meiner letzten Beiträge geschrieben habe, dass mein Hund sich kein Winterfell zugelegt hat, dann nehme ich alles zurück. Lotte haart wie ein Wollschwein, wir bürsten jeden Tag mehrfach (was sie über alles hasst und von dem sie sich gern verabschieden würde) und sie haart und haart und haart. Aber auch das geht (hoffentlich) vorbei.
Bis zum nächsten Blog dauert es sicher nicht so lang, aber Lottchen und ich waren wirklich angestrengt mit Kisten ein- und auspacken (besonders beim Zerreissen des Seidenpapiers war Lotte eine grosse Hilfe), Lotte musste sich an die neue Wohnung gewöhnen, was ziemlich schnell am Ende ging. Sie geniesst es wie ich auch, ihre Dummheiten haben spürbar abgenommen, meine Bücher sind noch ganz, obwohl sie bis zum Boden stehen. Sie ist ausgeglichen und wenn ich nach Hause komme, dann schauen mich gaaaaaanz müde Beagleaugen an. Unsere Nachbarn hören sie nie, auch wenn ich mal ausser Haus bin ohne Hund. (Was nun noch seltener vorkommt, weil sich meine Unistunden dezimiert haben und ich damit viel mehr kurze Schichten in der UBS arbeite...) Wir haben eine Work-Life-Dog Balance gefunden, die uns beiden hervorragend passt.
Sei meines Hundes Freund.
und du bist auch der meine.
Indianisches Sprichwort
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