Agilitytraining!!

Hell yeah! Wir habens getan, wir gehen, wie so viele andere Menschen auch, ins Agility.
Und das kam so:
Agility? So ein Blödsinn, meine Einstellung zu diesen durchgedrehten Border Collies, die sich kaum beruhigen können, wenn sie ein Hindernis sehen. Die sich fast umbringen beim Versuch einen Tunnel zu durchfliegen, und dann die Menschen erst! Jedes Wochenende im Camper bei anderen Meetings? Die sind doch völlig durchgedreht. CRAZY! Agilitymenschen sind fast so schlimm wie BARFER. Ich habe sie mit ihren kläffenden Kötern, wenn sie auf dem Platz neben uns trainiert haben, gekonnt ignoriert und Lotte hats auch nicht weiter gestört. Die Viecher drehen auch immer so auf, wenn sie auf den Platz kommen, schrecklich.

Bis, ja, bis... wir einmal diesen vermaledeiten Parcours ausprobieren durften, weil unsere Agimannschaft (sprich: Aschi, nicht Arschi) bei Regen den Platz nicht betritt (bisschen Weicheier, aber das ist auch nur eine Plauschgruppe). Was sich da herausstellte war erstaunlich. Lotte hatte mitnichten die Agimannschaften ignoriert, nein, sie hatte offenbar intensiv zugeschaut (ist mein Hund multitaskingfähig?) und nur auf ihren Einsatz gewartet.

Lotte fegte über den Parcours wie eine Wilde, Tunnel, Sprung, Sack, Reifen, furchtlos, wie mein Beagle eben ist, drüber, drunter, YEAH! Der Spass stand ihr ins Gesicht geschrieben.
Ich war baff. Nicht doch, wir wollten doch Fährten, DiscDogging und Underdogsport betreiben, Dinge, die nicht alle machen, wie Agi.
Ein Trainingspartner von mir, dessen Frau mit deren Hunden (eingefleischte Agi Menschen besitzen mehr als einen Hund) Agi betreibt, sah zu und erkannte gleich das Potential, er zeigt uns einige kleine Dinge, und Lotte war Feuer und Flamme!
Ehrlich gesagt, mir hat es auch bombig Spass gemacht, es ist schon cool, wenn man sieht, wie der eigene Hund abdrücken kann und dann auf einmal springt, wie eine Gazelle, furchtlos durch den Tunnel rennt, um des Rennens Willen, nicht, weil sie nachher ein Leckerchen bekommt.
Er gab mir also die Adresse einer Trainerin, widerwillig nahm ich sie an, ignorierte sie ein paar Tage auf meinem Handy. Das konnte doch nicht wahr sein! Einen Agihund?!?

Wir liefen in der folgenden Woche nochmal über den Parcours, nur um sicher zu gehen, dass die Trulla auch wirklich, wirklich Spass daran hat und nicht aus Feuereifer, weils mal was anderes ist, mitmacht. Sie fand es noch viel besser, als beim letzten Mal. Sogar beim Spielen hüpfte sie fröhlich über die Sprünge und nahm den Tunnel und den Sack als willkommene Ablenkung gegenüber den anderen Hunden. (Normalerweise lassen wir unsere Hunde nicht über den Parcours spielen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Ich musste mich ein weiteres Mal dem Beaglewillen beugen. Ich schrieb also fleissig eMails, weil bei der Trainerin nicht gerade ein Platz frei war. Für mich ist es ausserdem ein bisschen schwierig mit den flexiblen Arbeitszeiten zu einer bestimmten Zeit an einem Ort zu sein, also empfahl sie mich weiter. Yippieyeah! Wir haben jetzt eine Schule gefunden, wo wir trainieren können. Und es macht Spass wie nichts, Lotte ist flotte unterwegs, sie liebt die Sprünge, sie ist alt genug und ausgewachsen für alle anderen Geräte und hat keinerlei Angst vor gar nichts. Einfach nur toll. Wir haben riesigen Spass, wer hätte das gedacht?
Es ist richtig irre, leider für mich auch eine gut komplexe Angelegenheit, Drehung hier, Drehung da, Belgier, Japaner, meine Koordination, die ich beim Fährten nicht unbedingt brauche, wird hier mehr als strapaziert. Lotte guckt mich manchmal ganz hilflos an, wenn ich mit verdrehten Armen und überkreuzten Beinen auf dem Platz stehe.

Aber wir kriegen das hin! Und dafür lassen wir das Frisbeespielen fallen, ich beuge mich dem Hundewillen. In diesem Fall bringt das Spass-hoch-zwei! :-)

Wer weiss, vielleicht gibts das erste Meeting im nächsten Jahr? Mhhhh, ich wollte nie ein Agimensch werden, aber mein Beagle hat offensichtlich anders entschieden.

Freude an einem Hund haben sie erst, wenn sie nicht versuchen,
aus ihm einen halben Mensch zu machen.
Ziehen sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht,
selbst zu einem halben Hund zu werden.
Edward Hoagland

Guilty as charged.....Es wird wohl nicht mehr besser mit mir ;-)



Beagles, diese gefährlichen haarigen Biester!

Kein Witz, mit grösstem Schrecken las ich die neueste Studie über angriffslustige Hunde und siehe da. Ich habe einen Kampfhund zu Hause. Den schlimmsten von allen!! Beagles werden in dieser Studie als die angriffslustigsten Hunde gegenüber ihren eigenen Haltern angegeben.
Der geneigte Beaglebesitzer mag sich fragen, woran das liegt. Es ist offensichtlich. Diese Studie wurde in den USA verfasst, dort ist es mit dem Auslauf nicht so weit her, leinenfrei zwei Stunden durch den Wald wandern? Weit gefehlt. Das bekommt einem Beagle einfach schlecht. Lotte würde allerspätestens nach zwei Tagen meine gesamte Wohnung umbauen, nach zwei Wochen hatte ich vermutlich keine kompletten Türen mehr und irgendwann würde sie mir vor lauter Wut und Energie ins Gesicht springen. Nur schon der Gedanke daran lässt mich erschaudern, weil sie ziemlich hoch springen kann, wenn sie möchte.
Beagles sind und das zeigt diese Studie sehr eindrücklich nicht die einfachsten Hunde. Ich habe das ja schon mehrfach auch aus meiner eigenen Perspektive an dieser Stelle betont. Lotte wäre der absolute Horrorhund, wenn ich mir nicht so viel Zeit nehmen würde. Auf der anderen Seite nimmt sie es dann locker, wenn ich eben nicht so viel zu Hause bin. Job und Uni sind manchmal schwer unter einen Hut zu bringen, aber ich habe mich entschlossen einen Hund zu haben, also geht ein Grossteil oder besser, der grösste Teil meiner Freizeit für meinen Hund "drauf". Ich sehe Lotte als mein ganz persönliches Wellnessprogramm, Dreckstreifen im Gesicht und auf der Hose, durchgeschlabberte Pullis, dreckige Hosen und Wanderschuhe machen mich glücklich. Das muss man als Beaglebesitzer wissen, sauber nach Hause? Dann wars ein Scheissspaziergang. Man sollte wirklich und das meine ich ernst, davon überzeugt sein, dass man das mag.
Zur Gewöhnung empfehle ich einige Stunden im Regen, im knietiefen Matsch bei minus fünf Grad zu verbringen und dabei immer noch Stimmung zu machen. Ohne die würde Lotte bei dem Wetter nämlich nicht freiwillig fünf Meter gehen, geschweige denn arbeiten. Aber nur ein müder Beagle ist ein Beagle, der die Wohnung heile lässt und auch mal einen Tag allein bleiben kann. Ich habe ja das Glück, vielleicht habe ich einiges richtig gemacht, dass ich einen Beagle habe, der so ausgeglichen ist, dass sie nicht das Gefühl hat, dauernd auf der Pirsch sein zu müssen. Trotzdem gibt es Tage, an denen Lotte mir spurlaut abstrotzt und ich wie ein Wahnsinnige hinterherpfeife und fluche, wie ein Rohrspatz. Zum Glück weniger als alle zwei Monate einmal, deshalb gibt es unbeschränkt Freilauf. Und sie ist nach 4 Minuten wieder am Platz, sonst folgt Montezumas Rache und Lotte hasst nichts mehr als eine Schleppleine.
Aber diese Untersuchung zeigt eben, dass Beagle eigenwillige, selbstständige Hunde sind und ich wünsche mir nichts mehr, als dass sie so bleiben dürfen. Ich wünsche mir inständig, dass die Züchter nicht versuchen, einen "will-to-please" in einen Hund zu züchten, der, wenn man ihn richtig hält (dazu braucht man nicht zwingend einen Garten) einfach genial ist. Ich ernte langsam die Früchte von zwei Jahren harter Arbeit, an mir, an meinem Hund, ich habe unglaublich viel gelernt an Lotte. Dafür habe ich jetzt einen Beagle, der mir sein Herz schenkt, auf der Fährte, im Agiparcours, beim Spielen, beim Wandern. Sie arbeitet für mich, weil ich für sie arbeite. Wenn sie keinen Bock hat, dann muss ich damit leben oder mir etwas besseres einfallen lassen. Eine solche Einstellung kannte ich von keinem unserer anderen Hunde, aber ich möchte es nicht missen.
Jeder, der mich fragt, ob er sich einen Beagle anschaffen sollte, dem rate ich kategorisch ab. Nur wer sich schon in dieser Frage durchbeisst, der hat eine Chance, einen gut erzogenen Beagle zu bekommen. Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, als endlich, endlich klar war, dass ich mein Mädchen bekomme. Ich sass im Bürosessel und habe geheult wie ein Schlosshund, ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind. Damals war mir noch nicht klar, dass dieses kleine, dreifarbige Monsterchen eine so treue Begleitung werden würde, wie mein Labbi. Jetzt schnarcht sie, wie immer, wenn ich am Schreibtisch sitze, auf ihrem Bett, würde ich sie jetzt rufen, dann würde sie es sich auf meinem Schoss bequem machen. Beagles sind eigen, Besitzer von ihnen sollten es auch sein.
Es ist kein Witz in diesem Büchern über Beagles, dass sie keinen Kadavergehorsam haben, aber sie können, wenn sie wollen mit dem richtigen Besitzer. Mit der richtigen Motivation, die bei Lotte definitiv nicht übers Fressen geht. Ich würde allerdings anfügen, dass man als Beaglebesitzer auch eine Art Erziehung mitmachen muss, Lotte hat mich bestens im Griff, wenn sie eine erhöhte Sitzposition wünscht. Besuchern wird ebenfalls besonders schnell beigebracht, dass sie gefälligst den Schoss freizumachen haben. Aber wer könnte meiner Lotte schon widerstehen?

Es tut mir weh, wenn ich diese Studie lese. Denn ich frage mich, wie schlecht es diesen Hunden gehen muss, die auf ihr eigenes Herrchen losgehen. Wie verzweifelt müssen diese Hunde sein? Lotte würde nichts ferner liegen, als auf mich loszugehen, dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Wenn ich einen ganzen Tag (und den haben wir mindestens einmal in der Woche) mit ihr unterwegs bin, dann ist es das grösste für sie, wenn ich noch ein bisschen mit ihr auf dem Hundebett liege, sie sich ankuscheln darf und dann wohlig warm, wie ein kleiner Ofen, einschlafen darf. Ich nehme jetzt meinen kleinen Ofen, trage sie, wie jeden Abend in ihr Bett, das neben meinem Bett steht und höre ihrem Schnarchen zu.

Religionsfreiheit

Im allgemeinen und im Besonderen haben Hundemenschen eine sehr spezielle Art. Jeder hat so sein ganz eigenes Gärtchen, dass er hegt und pflegt. Wer sich einen Hund neu anschafft, der versteht, was ich meine. Man bekommt ungewollt Tipps von jedem Hundehalter, die sich nicht selten diametral gegenüberstehen und man manche Tipps auch mit viel gutem Willen nicht bis ins letzte Detail verstehen kann. 

Angefangen bei der Frage, wo der Hund schläft (im Bett, auf der Couch, in seinem Bett oder auf dem Boden), weiter bei der Frage, welches Halsband man möchte (Zugstopp, mit Schnalle, eine Kette, mit Neopren unterlegt), die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Eine ganze besondere Frage stellt sich aber dem besonders eingefleischten Hündelern. Was frisst mein Hund????
Mein Hund frisst Trockenfutter (Wolfsblut, Happy Dog oder so) mit Nassfutter (Terra Canis). So weit, so gut. Damit bin ich zufrieden, sie scheisst moderat viel (ist ja auch kein Kalb) ist fit, glänzt wie eine Speckschwarte und frisst es leidlich gern. Lotte ist einfach kein typischer Beagle, der alles in sich hineinschaufelt. An alle Nichthundehalter, Hundehalter sind wie Eltern, sie kontrollieren jeden Schiss ihres Hundes und kommentieren diesen gern und auch ungefragt gern. Hundehalter wissen stets, wie ihr Hund zu scheissen hat. "Heute hatte er wieder zweimal Durchfall." Ist durchaus etwas, was sich Hundehalter erzählen - wenn sie sich vier Minuten kennen. Diese Idee, dass man Hundekacke zu sammeln hat, hatte bestimmt ein Hundehalter. So hat man noch mehr Kontrolle. 

Ich schweife ab. Mein Thema war Religionsfreiheit, es gibt eine Gruppe unter den Hundemenschen, die gehören einer Sekte an. BARFER. BARF= Was auch immer, es gibt mittlerweile einige Uebersetzungsmöglichkeiten, es geht aber um biologisch artgerechtes Futter. Barf heisst übrigens in der englischen Uebersetzung auch Erbrechen. Die gebarften Hunde werden mit rohem, mittlerweile aufgetautem, rohem Fleisch, Knochen und Gemüseflocken ernährt. Die Methode war lang umstritten, da Krankheiten durch das rohe Fleisch übertragen wurden und es durch einseitige Ernährung zu starken Mangelerscheinungen kam. Dies konnte man unterdessen lindern. 

Eins ist allerdings immer deutlicher, Barfer haben das Gefühl, ihre Fütterungsmethode sei die einzig richtige. Sie überschlagen sich vor Freudensprüngen, ihre Hunde seien fit, gesund, sie scheissen wenig  (s.o.), glänzen und haben eine bombastische Figur. Neueste Barferin, meine Mama. Ganz stolz hat sie mir davon erzählt. Ich finde das auch richtig cool, bei zwei Kälbern zu Hause würde es für mich auch einen Unterschied machen, ob ich täglich zwei Mal 400 Gramm oder fünf Mal ein Kilo Kacke einsammeln müsste. Eines kann man Barfern jedenfalls nicht vorwerfen, ihre Hunde sind ihnen definitv nicht egal. Sie stehen in Küche, zerhacken im dümmsten Fall noch das Fleisch, tauen es im Kühlschrank auf und bestreuen es mit Pulver. Jeden Morgen den Geruch von rohem Fleisch, Pansen, Leber oder ähnlichem in der Nase haben, das ist definitiv nichts für Weicheier. (Man erinnere sich, BARF`=erbrechen)

Ich möchte nicht ausschliessen, dass ich dieser Sekte eines Tages auch beitrete, aber im Augenblick ist Lotte total zufrieden mit dem, was in ihrem Napf landet. Barfer benehmen sich manchmal, nicht alle,  wie die Mütter, die ihren Kindern nur Holzspielzeug zum Spielen geben, einmal in der Woche einen Smartie reichen und jeden Abend vor dem Einschlafen den Namen gemeinsam tanzen. Natürlich ist das klasse fürs Kind, aber hei, manchmal muss es eben Mäcces sein. Die  Kinder dieser Mütter heissen Lea-Sophie, Rahel oder Luca, weil sie einen alten biblischen Namen haben. 
Lotte hat eben mehr Party im Napf und ich habe morgens nicht schon einen latenten Kotzreiz. Damit ist uns beiden derzeit geholfen. Ich möchte hier auf keinen Fall sagen, dass BARFEN etwas schlechtes ist, das ist es ganz bestimmt nicht. Aber es gibt auch noch andere Wege seinen Hund gesund zu ernähren. 

Shapen?!?

Seien wir mal ganz ehrlich, ich habe ja seit neuestem die Vorzüge des Tricktraining entdeckt, finde das alles ganz wunderbar und yippeyeah, ich finde es cool, mich vor anderen Leuten zum Affen zu machen, weil ein Beagle eben einfach ein Beagle bleibt und manchmal eben einfach nicht tut, was man möchte. Besonders gerne vor Publikum, wenn man etwas schlecht gelaunt ist. Lotte ist einfach eine Diva, Callas hätte ihr Name werden sollen. Vielleicht benenne ich das Tier noch um.

Aber Shapen, bitte wieviel fragt sich der Leser? WAS tut sie jetzt schon wieder? Mein armer Hund muss viel ertragen, aber hei, Abwechslung ist alles im Leben denke ich mir und ich möchte die nächsten Tricks frei formen. Es gibt Foren, da werden die besten Tricks zum Shapen diskutiert, ich habe alle gelesen, also los. Beim Shapen geht es darum, dem Hund eine natürliche Verhaltensweise als Kunststück beizubringen, zum Beispiel: Sich mit der Zunge über die Schnauze lecken. Klingt simpel, dachte ich auch. Der Clou an der Sache: Der Hund muss es von selbst zeigen, man sollte ihn möglichst wenig dazu animieren, oder so (vielleicht habe ich das nicht ganz richtig gelesen, aber egal. Dem Humor des Blogs dient es auf jeden Fall).

Beim Shapen habe ich persönlich das Gefühl, Lotte macht sich einen Heidenspass daraus genau das nicht zu tun, was ich von ihr möchte. Glaubt doch nicht, dass sich Lotte ohne Goody auch nur einmal über die Nase lecken würde. Ich halte also das Goody in der Hand und Lotte spult mal alle Tricks durch, die sie so gelernt hat. Wenn keiner passt und einfach dieses verdammte Ding nicht in ihre Schnauze wandert, dann eben nicht, behalt doch dein Goody. EHRLICH! Ich sage ja, die Callas, wie sie liebt und lebt. Bis zu einem gewissen Grad zu Spässen aufgelegt, aber irgendwann ist Schluss mit lustig. Dann macht sie einfach nicht mehr. Keinen Bock mehr, danke.
Ähnlich wie das Shapen läuft auch das Clickern, Lotte fragt sich, wozu dieses KnickKnack gut sein soll, wenn ich mein Belohnungswort ja sowieso habe. Sie weiss, dass ich sie mit fein, toll, gut, super, yipiyeah auf Weite toll belohnen kann, sie schaut immer etwas irritiert mit dem Clicker. Prinzip begriffen, sie schaut mir gern dabei zu, "Aber Frauchen, ist schon bisschen doof, findste nicht auch?". Dabei würde ich gern mit ihr Clickern, so eine coole Sache. Aber naja. Lotte wäre nicht Lotte, wenn sie nicht ihren eigenen Kopf hätte.
Also sass ich bei meinem letzten Versuch meinem Hund etwas einzushapen (der Mann in meinem Leben fragte mich verwirrt, ob ich mit shapen meinte den Hund in eine Kuchenform zu pressen) eine halbe Stunde auf dem Boden, Lotte turnte vor mir im "Verbeugen", "High five, High ten, Drehen, Tod, ......". War cool zuzuschauen, aber einmal mit der verdammten Zunge über die Lefzen lecken. Nicht drin.
Ich machs auf die herkömmliche Weise. Beagle shapen einfach nicht, Beagle wollens eben einfach richtig lernen. Solche Kinder mag ich auch in der Schule.

Video folgt!!

Jaja, ich muss mal wieder einen dieser leidigen Blogbeiträge schreibe, in denen ich wieder betone, was für einen Knallerbeagle ich habe. Aber hei, ich habe das Glück, warum nicht teilen.

Lotte und ich betrieben ja immer wieder mal und zwischendurch Tricktraining. Es gibt nicht entspannenderes als abends noch schnell eine halbe oder auch mal eine ganze Stunde (statt Fernsehen) mit dem Hundi Tricks zu üben. Und Lotti ist erst noch müde und ausserdem ist der Vorführeffekt einfach richtig toll. Wer möchte nicht Blödsinn mit seinem Hund zeigen?

Also, Lottehase und ich hatten während meines Praktikums viel zu wenig Zeit den Hundeplatz zu besuchen, also Tricktraining, das Zauberwort.

Wir haben also geübt. Auf den Arm springen. Lotte springt schon seit geraumer Zeit auf meinen Schoss und damit war die wilde Fahrt eröffnet, meine Oberschenkel sehen aus, als hätte ich einen schweren Kampf mit einer Eisenstange gehabt, grün und blau, aber es macht sich bezahlt.
Zuerst haben wir also auf den Schoss springen weiter gefestigt, dann habe ich mir alle (wirklich alle) Kissen aus der Wohnung zusammengesucht, mich auf den Stuhl gesetzt und nach und nach alle Kissen unter meinen Hintern gestapelt. Hört sich lustig an, war es auch. Denn es kommt der Überwindungsaugenblick, wo der Hund einfach das Bein "hochlaufen" muss. Natürlich springt sie, aber das weiss sie ja nicht. Ausserdem darf Lotte sich bei ihrer Zwergengrösse gern abstossen (autsch!).
So haben wir das jeden Abend still für uns geübt, bis wir uns vor Waldpublikum getraut haben. Da stiessen wir natürlich sofort wieder auf die Sorte "Bäääh, ein Beagle, die hören ja eh nicht." HAH! Ihr Zweifler, da habt ihrs. Baff erstaunt waren die, schwuppdiwupp und mein Beagle sitzt auf dem Arm. So und jetzt? Damit waren wir natürlich nicht fertig.
Weiter gings mit durch den Arm springen. Eine leichte Übung, aber Lotte bringt es doch tatsächlich fertig, trotz Zwergengrösse mir mitten ins Gesicht zu springen. Aber vielleicht hatte ich auch einfach nur vergessen die Nase aus dem Weg zu nehmen, aber ich bin mir ziemlich sicher nur knapp einem Nasenbruch entgangen zu sein. So ein Beagle im Gesicht ist aber auch eine hässliche Sache.
Daraufhin beschloss Lotte aus Rücksicht zu ihrer Besitzerin nur noch den Armring zu schreiten, was der Zirkuskomponente der Übung den Reiz nimmt. Falls der Beaglehintern wieder einmal nicht hoch genug kam konnte sie auch einfach auf meine Arme treten.
Da wir einige Male geübt haben sehen meine Arme jetzt auch ziemlich lädiert aus. Um nicht zu sagen ein bisschen schrecklich. Aber das macht ja nichts. Der Hund hat Spass. Mittlerweile springt Madame, aber eben. Beagle. Nur, wenn sie Lust hat, aber jederzeit gern vor Publikum.
Sich um die eigene Achse drehen kann Lotte bisher nur rechts herum. Links herum fehlt die Koordination. Warum auch immer.
Denn wir haben auch gelernt auf der Vitaparcoursstange zu drehen( beide Richtungen, dont ask), zu sitzen und Platz zu machen. Derzeit üben wir am Rückwärtsgang, den Lotte aber eher als ungalanten Abgang benutzt. Ist aber auch verdammt schwierig. Rückwärtsgehen an sich findet sie schon schwierig genug. Aber man sollte nie aufhören zu üben und an seinen Hund zu glauben.
Gerade Lotte ist die ideale Lehrmeisterin. Beim Sprung auf den Arm (der immer noch eher ein Sprung auf meine Hüfte ist, wir kaschieren es nur geschickt) hatte ich nach dem dritten Abend, wo sie nur so lange auf meinen Schoss gesprungen ist, wenn ich sass und kein Stück weiter, das Gefühl, dass wir das ganze vielleicht doch aufgeben sollten. Aber siehe da, am Ende des dritten Abends, mit eingeklemmten Leckerchen zwischen meinen Zähnen klappte es auf einmal. Andere Hunde hätten sich früher dazu überreden lassen, aber ein Beagle braucht einfach seine Zeit und der Halter muss beharrlich dran bleiben. Wir werden den Rückwärtsgang auf der Vitaparcoursstange hinkriegen. Ich weiss es.

Sie ist einfach mein Superbeagle. Achso, High five mit Abstand geht auch schon, ebenso high ten.
Morgen, bei Regenwetter schauen wir mal, ob wir es schaffe, dass sie in einer Schüssel blubbert.

Auch Beagle können das. Die doofen Zweifler aus dem Wald mussten übrigens zugeben, dass meine kleine, freche Hundedame offenbar ein grosses Talent hat und sehr (!) gut hört.
Es geht eben. Man muss nur daran glauben und einfach immer weiter machen.

Kurzgeschichte... Ein Schreibprojekt.

Denn so leicht, wie sie durch den Wald trabte, so schwer fiel es ihr, die Pfoten auf dem Teer zu heben. Sie lief nun schon Stunden neben dem Mädchen her und fragte, sich, wozu sie diese Menschen ansprachen, die sie ignorierten, dann dieses schwarzes Teil vor das Gesicht gehalten wurde und es einige Male ein "Klack" abgab.
Sie wünschte sich an einen anderen Ort, es stank, Beine umgaben sie und sie musste immerzu aufpassen, dass ihr niemand auf die Pfoten trat. Ausserdem musste sie am Bändel gehen. Sie hasste das Bändel, dass ihr verwehrte den Spuren, die so verführerisch dufteten nachzulaufen.
Die Besitzerin konnte diese Düfte natürlich nicht wahrnehmen, wie sehr sie das arme Ding doch bemitleidete. Sie verstand einfach nicht, warum auch die guten kleinen Essenstückchen sie nicht davon abhalten konnten manchmal ihrer Nase nachzugehen. Sie tat das nie lang, aus Anstand. Sie wusste genau, dass sie ansonsten wieder an das lange Bändel musste, dass ihr schwer auf dem Rücken lag und wo sie immerzu mit dem Mädchen verbunden war.
Diese Steinhölle war wirklich nur allzu mühsam, sie musste dringend ein Geschäft loswerden, aber wo? Es gab nirgendwo auch nur ein kleines Büschelchen Gras, also hielt sie an.
Plötzlich stieg ihr ein verführerischer Duft in die Nase. Die Mischung aus Liebe, einem Würstchen und ihrem besten Hundefreund. Das konnte nur eine Person sein. Das Mädchen und der Duft nach Hundeliebe umarmten sich, wieder gab es dieses "Klack". Aber endlich wurde sie nicht mehr ignoriert, sie freute sich umgemein, die Vorfreude auf die unglaublichen guten Essenstückchen, die der Duft nach Hundeliebe immer mit dabei hatte liess ihr das Wasser im Munde zusammenlaufen. Sie sprang hoch, in diesem Augenblick fuhr ein furchtbarer Schmerz durch ihren Rücken. Sie zuckte zusammen und liess sich fallen. Reglos blieb sie liegen.
Das Mädchen beugte sich über sie, sprach sie an und streichelte sie. Aber sie konnte nur schwach ihre Hand ablecken, so schlimm war der Schmerz in ihrem Rücken. Das Mädchen wollte sie hochheben, aber der Schmerz war so stark, dass sie ihr in die Hand biss. Aber das Mädchen liess sich nicht abschütteln. Der Schmerz hüllte sie ein, sie spürte nicht, wie sie hochgehoben und in einen Korb gelegt wurde.
Sie kam zu sich und es stach ein beissender Geruch in ihre Nase. Aber die Schmerzen waren nicht mehr so schlimm. Sie fühlte sich wie auf Watte, sie sah das Mädchen, mit Tränen in den Augen. Hörte die Frage, ob es noch Hoffnung gäbe. Die Antwort hörte sie nicht mehr.


BTW: Lotte geht es gut, alles in Ordnung, dieser Text ist ein Schreibprojekt für die Schule. Ich möchte den Schülern einen Text vorlegen zum Thema selbstgeschriebene Kurzgeschichten und damit sie nicht das Gefühl haben, ich würde mich drücken, habe ich diesen Text geschrieben.

Bild zum Text:


Schwarzwaldtour

Letzte Woche waren Lotte und ich spontan mit einer Freundin im Schwarzwald. Kurz gesagt, es war wunderbar, wir Mädels hatten unsere Hunde dabei, waren in ein Viersterne S-Hotel einquartiert, der Plan: Wandern, Wellness, lecker essen. Das hat auf jeden Fall perfekt geklappt. Ich muss das Hotel noch besonders loben, das "Adler" Hotel in Häusern begrüsste uns unglaublich gastfreundlich, aber nicht nur uns, sondern auch unsere Hunde. Auf dem Zimmer standen Hundebetten und Näpfe bereit. Das mag ich persönlich ja gern.
Wir hatten bombastisches Wetter erwischt, perfekt um dem fünf Monate altem English Setter Mix meiner Freundin laufen beizubringen. Wobei der junge Herr so fit ist, dass man das gar nicht muss. Ich fühle mich, wenn ich ihn so sehe, immer wieder an Lotte in klein erinnert. Aufmüpfig, übermütig, frech, distanzlos, aber immer so liebenswürdig, dass man ihm alles verzeihen möchte. Zum Glück hat er eine konsequente Hand erwischt, die ihm nichts durchgehen lässt. Wenn ich diese beiden so beobachte, dann bin ich schon froh, dass ich nicht mehr auf jeden Blödsinn bei Lotte achten muss, sondern mich mehr und mehr auf meine Hündin verlassen kann. Lotte wird aber auch wählerischer, längst ist nicht mehr jede Person gut genuag. Georgia mag sie sehr gern, besonders nach diesem Wochenende.
Wir genossen also in vollen Zügen.
Einen Tag hatten wir uns eine längere Wanderung ausgesucht, die natürlich durch Pausen für die Hunde, besonders den Lütten immer wieder ihre Unterbrüche finden sollte.
Während dieser Wanderung stellte ich fest, dass man eben erst merkt, wie sehr man ein Tier liebt, wenn man sich darum sorgt. Lotte gab mir wieder einmal Anlass dazu.
Der geneigte Leser meines kleinen Blogs kennt ja bereits die vorwitzige Nase meiner Lotte. Ich muss aber präzisieren. Lotte steckt ihre Nase zwar überall hinein, aber ganz entgegen ihrer Rasseveranlagung, die sie dazu zwingen müsste wahllos alles in sich hineinzustopfen, frisst sie draussen praktisch nichts. Nur ausgewählte, selbst gezupfte Gräser. Aber auch nicht jedes Gras, Vorlieben hat sie für junge Hälmchen einer langstieligen Sorte. Aber wenn irgendwo ein Loch ist, mein Beagle versenkt seine Nase darin. Garantiert. Charly, so heisst der Settermix, tut das auch, aber die Fressgier hat Lotte offenbar an ihn weitergereicht, er stopft alles in sich hinein.
Die beiden waren also fröhlich im Wald beschäftigt, wo man Lotte nach wie vor ohne Leine laufen lassen kann und trieben einigen Schabernack miteinander. Eine Lieblingsbeschäftigung, besonders, wenn man Zuschauer hat oder einer von beiden besonders aufpassen sollte.
Die beiden sind ein Dreamteam, denn auch Spielpartner werden bei Lottchen ausgewählt. Würde ich tatsächlich noch einen zweiten Hund wollen, ich müsste mir also sehr genau überlegen, was bei mir einzieht.
Aber ich schweife, wie immer, ab.
Lotte steckt also ihre Nase überall rein. Ameisenhaufen, das Thema hatten wir glücklicherweise schon in der Junghundphase abgehandelt, aber da gibt es im Schwarzwald noch viel besseres. Und das tut noch viel mehr weh!
Ein Wespennest.
Lotte war bisher immer fasziniert von UFOs und wenn diese Dinger schonmal wieder im Boden landen, warum denn auch nicht hinterherspazieren und mal nachschauen, was sie dort so tun? Zum Glück war Charly unterdessen anderweitig beschäftigt.
Ich bin froh, dass ich es nicht gesehen habe, jedenfalls nicht den Anfang, aber Georgia konnte das Geschehen verfolgen und erzählte mir nachher, dass um Lotte ein Schwarm Wespen flog. Meine Wenigkeit bekam die Story nicht etwa mit, weil mein Hund vor Schmerz quietschen würde, sie ist so hart im Nehmen, das käme ihr wahrscheinlich erst bei Beinbruch oder derartigem in den Sinn, nein, ich hörte Georgia mit einem Anflug von Panik in der Stimme nach Lotte schreien. Und wieder und wieder. Denn Lotte hatte offenbar beschlossen sich erstmal nicht weiter von diesen pieksenden Dingern ablenken zu lassen. Irgendwann war zum Glück der Schmerz grösser als die Neugier und Lotte versuchte sich krampfhaft von einigen pieksenden Tieren zu befreien und trat die Flucht nach hinten an.
Ich war natürlich alamiert und konnte nichts machen, sonst hätten wir ein gröberes Problem gehabt. Aber Georgia half Lotte die restlichen Biester abzuschütteln - der folgende Anblick tat mir in der Seele weh, brachte mich aber nach einer Schrecksekunde schnell zum Lachen. Die Wespen hatten Lotte mitten in die Nase gestochen, die anschwoll, wie eine Kartoffel. Ausserdem schwollen ihr die Ohren an und unter den Augen hatten auch einige getroffen. Meine kleine Schönheit sah aus wie nach einem Boxkampf. Offenbar fühlte sie sich auch so, denn Lotte verliess uns nicht mehr. Die sonst aufrecht getragene Rute hing schlapp herunter und sobald ein fliegendes Objekt auf sie zukam wurde sie schon fast panisch.
Ich kann jetzt nicht sagen, dass es mich nicht ein wenig amüsiert hätte. Wer Lottes Selbstbewusstsein kennt, der kann es sich nur schwer vorstellen. Aber seit dieser Szene ist mein Beaglechen noch anhänglicher, als es eigentlich sowieso schon ist (noch so ein blödes Gerücht, Beagle sind sehr anhänglich, sie möchten nur einfach ab und zu die Welt erkunden). Sie lief also, anhänglich, verschüchtert und liebebedürftig hinter uns her. Am liebsten hätte ich sie getragen. Seit diesem Tag und ich weiss nicht, ob es die Wespen waren, aber ich schwöre, mein Beagle folgt mir, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie liegt seit neuestem auf meinen Füssen, wenn ich am Schreibtisch arbeite, sie lässt mich kaum noch aus den Augen, draussen ist sie folgsamer, anhänglicher, der Blödsinnbeagle ist zwar geblieben, aber das Band zwischen uns beiden hat sich ins Gute verändert. Nicht das es vorher schlecht war, nur anders. Vielleicht ist das auch nicht für immer so. Wir werden sehen.
Zum Glück-und sonst hätte ich mir erst recht Sorgen gemacht-blieb der hängende Schwanz Zustand nicht lang. Schon bald hob sich die Rute Zentimeter um Zentimeter, der Abstand zu meinen Beinen wurde grösser und Fliegviechern wurde nur noch aus dem Weg gegangen. Allerdings wurde eine wandernde Ameise auf der Pfote eiligst verscheucht mit einem sehr lustigen Gesichtsausdruck. Lotte kann aufgrund ihrer langen Ohren nicht böse gucken und sieht, wenn sie es versucht immer aus, als würde sie sehr angestrengt mit Zuhören beschäftigt sein, weil ihre Ohren dann nach unten fallen. Aber wenn die Ameise gewusst hätte, was Lotte mit dem Blick hätte bezwecken wollen, sie wäre sofort in Ohnmacht gefallen.
Mein Beagle wäre aber nicht mein Beagle, wenn sie am Ende, abgesehen von ihrer Quasimodonase wieder die alte gewesen wäre. Ich habe sie natürlich kurz im kalten Wasser gebadet, damit die Stiche nicht so weh tun und Lotte lässt sich von derlei Unpässlichkeiten nicht den Tag verderben. Sie war nur etwas vorsichtiger.


Lotte und ich empfehlen: Schwarzwaldtour mit Hundefreunden, es wird ganz bestimmt lustig!!